Lokales

  Ein hoher Preis

Der Kampfabstimmung im November, bei der mit denkbar knapper Mehrheit der Grundsatzbeschlussfür eine Neubebauung im Bereich "Ottenäcker/Hafenkäs" fiel, folgte nun in jüngster Sitzung

WOLF-DIETER TRUPPAT

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die dafür erforderliche und auch mit einer klaren Mehrheit erfolgte Zustimmung zum Aufstellungsbeschluss eines Bebauungsplanes. Aus der erhofften Ruhe am Rande des Friedhofs wird aber so schnell nichts werden.

Dafür, dass den gerichtlichen Auseinandersetzungen ein Ende gesetzt werden konnte und das Instrument der Enteignung nicht zum Einsatz kommen muss, ist ein hoher Preis zu zahlen und das im ganz konkreten Wortsinn. Statt einer erforderlichen Enteignung sorgt der nun ausgehandelte und mehrheitlich auch befürwortete Kompromiss in einem Teilbereich für teure Doppelerschließungen. Dass das auch von Vorteil sein kann, wurde in der Sitzung explizit betont. Überzeugen kann das die davon Betroffenen angesichts der damit verbundenennicht unerheblichen finanziellen Folgen aber wohl kaum.

Dieberechtigte Freude darüber, dass an einer kleinen, aber höchst sensiblen Ecke der Stadt das Zwangsinstrument der Enteignung einer gleich zwei Grundstücke tangierenden Fläche nicht zum Einsatz kommt, muss an anderer Stelle dafür umso teurer bezahlt werden, und das wird nicht geräuschlos über die Bühne gehen. Der erste Einspruch gegen die geplante Erschließung wurde in öffentlicher Sitzung schon angekündigt. Nach einkehrender Ruhe hört sich das also keineswegs an.