Lokales

Ein Kind der „Verschwundenen“

„Das Lied in mir“: Produzent Fabian Maubach kommt ins Sommernachtskino zur KSK-Filmnacht

Der Film „Das Lied in mir“ ist der mehrfach ausgezeichnete Debütfilm des Regisseurs und Autors Florian Cossen. Am Donnerstagabend wird sein Produzent Fabian Maubach im Sommernachtskino anwesend sein.

Belastete Eltern-Kindbeziehung: Während der argentinischen Militärdiktatur wurden Kinder von Oppositionellen, die unter zunächst
Belastete Eltern-Kindbeziehung: Während der argentinischen Militärdiktatur wurden Kinder von Oppositionellen, die unter zunächst ungeklärten Umständen verschwanden, zur Adoption freigegeben, wie im Falle von Maria (gespielt von Jessica Schwarz).Foto: privat

Kirchheim. „Das Lied in mir“ handelt von der 31-jährigen Maria, die ein erschütterndes Geheimnis ihrer Vergangenheit entdeckt. Bei einem Zwischenstopp am Flughafen von Buenos Aires hat sie ein Lied gehört, das eine Mutter ihrem Kind vorsummte. Ein Lied, das sie automatisch mitsingen musste, obwohl sie doch kein Wort spanisch spricht. Sie unterbricht ihre Reise und macht sich mit der ihr fremden Stadt bekannt. Maria erzählt ihrem Vater von dem Ereignis und staunt nicht schlecht, als er ihr wenige Tage später nachreist. Er beichtet ihr, dass sie die ersten drei Jahre ihres Lebens bei anderen Eltern aufwuchs.

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„Das Lied in mir“ ist der Debütfilm von Florian Cossen und wurde bereits bei seiner Weltpremiere in Montréal zweifach ausgezeichnet: Neben dem Fipresci-Preis, der Auszeichnung der Kritikervereinigung, erhielt er auch den Publikumspreis. Kurz darauf wurde „Das Lied in mir“ beim Filmfestival Zürich als bester Film der deutschsprachigen Reihe ausgezeichnet. Auch bei den Biberacher Filmfestspielen wurde das Drama mit einem Preis geehrt. Dort erhielt „Das Lied in mir“ den Preis als bester Debütfilm.

Anlässlich des 25-jährigen Bestehens des Kreissparkassenneubaus der Hauptgeschäftsstelle in der Kirchheimer Alleenstraße organisierte der Hauptsponsor des Sommernachtskinos die Filmnacht am Donnerstag mit dem berührenden Drama „Das Lied in mir“. Dazu wird eigens der Produzent des Films, Fabian Maubach, an diesem Abend nach Kirchheim kommen und die interessante Entstehung des Werks erzählen.

Die Kritiken überschütteten Cossens Erstlingswerk als Regisseur sowie die Leistung seiner beider Hauptdarsteller Jessica Schwarz und Michael Gwisdek mit Lob. Der behutsame Erzählfluss und die ästhetischen Bilder zeigten großes inszenatorisches Können, schreibt C. Horn im „fluter“ und Josef Lederle vom film-dienst meint, das Lob, das dem Abschlussfilm von Florian Cossen an der Filmakademie Baden-Württemberg vorauseilt, findet schon in dieser ersten Schlüsselszene seine Berechtigung; der konzentrierte ästhetische und erzählerische Minimalismus erzeugt eine Unmittelbarkeit, die den Zuschauer in Augenhöhe mit der Hauptfigur auf die Reise schickt. Am Donnerstag können Zuschauer diese Reise antreten. Doch zuvor dürfte es interessant sein, die Entstehungsgeschichte des Films zu erfahren.