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Ein klares und ansprechendes "Gesicht" bekommen

Knapp dreißig Künstler präsentieren derzeit ihre Arbeiten im Rahmen der Mitgliederausstellung "o.T." des Kirchheimer Kunstvereins im ersten Obergeschoss der Städtischen Galerie im Kornhaus.

FLORIAN STEGMAIER

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KIRCHHEIM Standen die letzten Kunstvereinsausstellungen stets unter einer bestimmten Programmatik, wurde mit "o.T." der Versuch unternommen, ohne Themenvorgabe auszukommen und aus den vorhandenen kreativen Potenzialen direkt zu schöpfen.

Dass bei einem derartig offenen Ansatz die zu erwartende inhaltliche Fülle und Bandbreite der Ausdrucksformen nicht nachteilig überschwappt und einer sauberen Präsentation entgegenläuft, ist beileibe keine Selbstverständlichkeit.

Daher konnte Vereinsvorstand Jürgen Roesner in seinem Grußwort sowohl Angela Hildebrandt als auch Hannelore Weitbrecht seinen Dank für ihren ordnenden und gestaltenden Zugriff aussprechen, dem die Tatsache geschuldet ist, dass die Ausstellung ein klares und ansprechendes "Gesicht" bekommen hat.

Bei aller Vielfalt des Gezeigten, herrschen neben einigen fotografischen Arbeiten eindeutig die "Klassiker" Malerei und Skulptur vor. Aus den rund sechzig versammelten Exponaten kann sich nun jeder Besucher seine eigenen Perlen zusammensuchen.

Die Wahrheit liegt bekanntlich im Auge des Betrachters und so konnte auch Angela Hildebrandt im Zuge ihrer Einführungsrede nicht explizit auf die einzelnen Werke eingehen, überließ letztlich das zahlreich erschienene Vernissagepublikum seiner eigenen Anschauung, allerdings nicht, ohne zuvor einige grundlegende, wohl auch aus der eigenen künstlerischen Arbeit gewonnene Reflektionen über die Eigenart der Wahrnehmung von Kunstwerken anzustellen. So sei es etwa der "Blick des Bildes", der den Betrachter fasziniere, ihn magisch anziehe und nicht mehr loslasse. "Es ist ein Blick, der dauert. Schauend dehnt sich die Zeit. Blickend ereignet sich Erkenntnis. Es ist eine Begegnung zwischen dem endlichen Mensch und den unendlichen Blicken", charakterisierte Hildebrandt diese andere Ebene der Wahrnehmung, die ihrer Ansicht nach eine gerade der bildenden Kunst eigene Form der sprach- und begriffslosen Kommunikation darstelle.

Zum Gesamtkunstwerk geriet die Vernissage schließlich durch Georg Lawall, seines Zeichens Konzertgitarrist und Weltmusiker mit Lokalkolorit. Mit einem blue-note-lastigen Quasi-Improvisando sowie zwei barockisierenden Stücken sorgte er nicht allein für einen ansprechenden musikalischen Rahmen, sondern lieferte auch einen Vorgeschmack auf sein Konzert im Kornhaus am Sonntag, 27. Januar, um 19 Uhr.

Die Arbeiten der Kirchheimer Künstler Manfred Adler, Elise Allmendinger, Iris Alvarenga, Rosemarie Beißer, Fritz Costabel, Roswitha Eberspächer, Rosemarie Fano, Gabi Finkbeiner, Sabine Frasch, Lene Rose Gruner, Inge Kodera, Ria Kustermann, Ingrid Lorch, Monika Majer, Edda Messner, Sigrid Petsch, Claudia Pflüger, Eva Maria Rath, Claudia Reisert, Jürgen Roesner, Anna Schäfer, Gerold Carl Scherer, Samy Virmoux, Griseldis Walter, Ursula Trautes-Walter, Regina Weber und Hannelore Weitbrecht sind zeitgleich mit den aktuellen Jahresgaben des Vereins im Rahmen der Mitgliederausstellung "o.T." bis einschließlich Sonntag, 3. Februar, in der Galerie im Kornhaus zu sehen.