Lokales

Ein Kolumbarium für Schlierbach

Die Urnenwand bietet Raum für 60 Bestattungen

Der Trend weg von Erdbestattungen hin zu Feuerbestattungen ist auch in Schlierbach angekommen. Damit wächst der Bedarf an Urnengräbern. Bereits im vergangenen Jahr hatte sich der Gemeinderat mit der Einrichtung sogenannter Kolumbarien, also von Urnenwänden, beschäftigt. Nun haben die Räte die Schaffung von zunächst 60 Urnengrabplätzen beschlossen.

Volkmar Schreier

Schlierbach. „Bei einem Kolumbarium handelt es sich nicht um einen Taubenschlag“, erklärte Bürgermeister Paul Schmid die genaue Bedeutung des Begriffs. Vielmehr sei da­runter eine Wand mit einzelnen Kammern zu verstehen, in die die Urnen mit der Asche der Verstorbenen gestellt werden. Mittlerweile sind verschiedene Systeme auf dem Markt, mit denen eine solche Urnenwand realisiert werden kann.

Die Gemeinde Schlierbach hat sich nun für ein System entschieden, das aus einzelnen Beton-Stelen besteht, die jeweils Platz für vier Urnen bieten. Aufgestellt werden sollen die Stelen in der Südwestecke des Friedhofs, wobei jeweils drei Stelen zu einer Gruppe zusammengefasst werden. In einem ersten Bauabschnitt werden fünf dieser Gruppen halbkreisförmig angeordnet und mittels einer Stahlpergola zu einer gemeinsamen gestalterischen Einheit verbunden. Die Kosten für die Schaffung der 60 neuen Urnengräber belaufen sich auf rund 82 000 Euro.

Sollte in der Zukunft der Bedarf nach weiteren Urnengräbern bestehen, kann das Kolumbarium auch entsprechend erweitert werden. Darüber hinaus hat der Standort in der Südwestecke des Friedhofs neben der Erweiterbarkeit den Vorteil, dass bei der Realisierung der Urnengräber auch nur wenige der bisher für Erdbestattungen vorgesehenen Gräber wegfallen.

Eine kurze Diskussion entspann sich entlang der Fragestellung, ob denn der Schlierbacher Friedhof unbedingt ein Kolumbarium brauche. So kündigte beispielsweise Jörn Feldsieper von den Freien Wählern an, dagegenzustimmen. Er habe aber durchaus Verständnis dafür, wenn andere Ratsmitglieder „mit der Mode“ stimmen würden.

Auch Bürgermeister Paul Schmid räumte ein, dass „Bestattungen einer Mode unterworfen“ seien. Allerdings sei der Trend hin zur Feuerbestattung unverkennbar, und ein Urnengrab in einem Kolumbarium sei für viele Menschen aufgrund der unkomplizierteren Grabpflege praktisch. Der Gemeinderat beschloss bei zwei Gegenstimmen, das Kolumbarium am vorgeschlagenen Standort zu errichten, und beauftragte die Verwaltung mit der Ausschreibung der Baumaßnahme.

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