Lokales

Ein Lichtermeer zu Allerheiligen

Heute, an Allerseelen, gedenken die Katholiken ihrer verstorbenen Angehörigen. Bereits gestern, an Allerheiligen, fanden in Kirchheim und Umgebung viele Andachten auf Friedhöfen statt. Im Anschluss daran besuchten die Gläubigen die zumeist festlich geschmückten Gräber der verstorbenen Familienmitglieder und zündeten Kerzen an.

IRENE STRIFLER

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KIRCHHEIM Am 1. November gedenkt die katholische Kirche seit dem 9. Jahrhundert aller Heiligen. Alle Heiligen das sind beileibe nicht nur all jene, die offiziell heilig gesprochen sind. "Hinter diesem Feiertag steckt der Gedanke, dass unter uns auch unerkannte Heilige sind", erläutert Vikar Dr. Thomas Wallner den christlichen Brauch.

Allerseelen hingegen ist ganz den persönlichen Verstorbenen gewidmet. Da dieser Tag jedoch kein gesetzlicher Feiertag ist, haben sich die kirchlichen Rituale gewissermaßen auf Allerheiligen verlagert. Die Gräber werden traditionsgemäß für diesen Festtag geschmückt, meist mit frischen Gestecken. Trotz eifriger Vorarbeit hatten viele Angehörige noch am gestrigen Vormittag alle Hände voll zu tun, um das im stürmischen Wind wild herumwirbelnde Laub zu bändigen.

Am Nachmittag kehrte dann Ruhe ein, viele Friedhöfe glichen einem Lichtermeer. Vielerorts in der Region fanden Gottesdienste und Gedenkfeiern statt. In kleineren Gemeinden wanderten die Teilnehmer dann gemeinsam zu den einzelnen Gräbern ihrer Angehörigen, die mit Weihwasser gesegnet wurden.

"In unserem Kulturkreis erfolgt das Totengedenken in der Stille", erläutert Dr. Wallner, dass es sich um einen sehr in sich gekehrten Feiertag handelt. Der Vikar, der gestern die Andachten auf dem Waldfriedhof und dem Alten Friedhof in Kirchheim hielt, weist auch darauf hin, dass dies beileibe nicht überall auf der Welt so ist. In Südamerika beispielsweise besuche man die Gräber der verstorbenen Familienmitglieder und feiere dort lautstark.