Lokales

Ein "Markenzeichen" aus Inox und Bronze

KIRCHHEIM Bereits seit einiger Zeit liegt die vom "Runden Tisch Kunst", einer von der Lokalen Agenda ins Leben gerufenen Arbeitsgruppe, zusammengestellte Broschüre "Kirchheimer Kunstweg Moderner Kunst auf der Spur" bei der Kirchheim-Info vor. Unlängst erfolgte die

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FLORIAN STEGMAIER

Premieren-Führung mit Kunsthistorikerin Barbara Honecker. Im Lauf der nächsten Wochen sollen nun im Rahmen einer Serie die einzelnen Werke, zum Großteil Plastiken im öffentlichen Raum, vorgestellt werden.

Das wohl prominenteste Kunstwerk, das sicherlich selbst von eiligen Passanten wahrgenommen werden dürfte, soll dabei den Anfang machen: André Buchers Brunnen auf dem Postplatz. In seiner Anfangszeit Mitte der Achtziger Jahre nicht ganz unumstritten, gehört der Brunnen längst fest ins Stadtbild und hat sich für manch einen gar zum Kirchheimer "Wahrzeichen" gemausert.

Der acht Meter hohe aus Inox und Bronze gefertigte Brunnen reflektiert die kubischen Bauformen seiner Umgebung und begegnet ihnen in einer verdichteten Streckung in die Vertikale. In die so entstehende, bei aller Kompaktheit stets transparente Stahlkomposition sind bildhauerische Verweise der regionalen Sagenwelt eingebunden, über deren Inhalte eine Schautafel vor Ort informiert.

Von dem 1924 geborenen Giacometti-Schüler André Bucher sind noch weitere Arbeiten in Kirchheim zu entdecken. Nur wenige Gehminuten weiter Richtung Innenstadt findet man auf der Grünfläche am Krautmarkt die Skulptur "Atlas", bei dem den Betrachtern auch ein für Andre Bucher seit Mitte der Siebziger Jahre äußerst typisches Material begegnet, nämlich Lava-Gestein, das in eine Metall-Konstruktion eingehängt wurde.

Aus den elementaren Ambivalenzen von "Oben" und "Unten", sowie von "Schwer" und "Leicht" bezieht die 1981 entstandene, mit wenigen grundlegenden Elementen souverän gestaltete Skulptur ihre Kraft. Andre Buchers Plastiken "Gegenüberstellung" und "Gegensätze" befinden sich auf dem Gelände der Eduard-Mörike-Schule in Ötlingen. "Gegensätze" steht einigermaßen prominent an der Längsseite der alten Turnhalle, die Plastik "Gegenüberstellung" muss der Kunstinteressierte jedoch ein wenig länger suchen.

Mit etwas Glück findet er sie ein wenig eingewachsen hinter dem Turnhallen-Neubau, im Eingangsbereich zum Sportplatz. Bei beiden Arbeiten schöpft Andre Bucher aus dem Kosmos einer elementaren, geometrischen Formensprache und bietet Dialektik in reinster Form. Zwei auf Grund ihrer spezifischen Raumdisposition in antithetischen, also gegensätzlich gegenüberstellenden Bezug gebrachte Formelemente einmal Dreiecke, einmal Halbkreise verbinden sich durch ihre vom Standpunkt abhängigen Überschneidungen und Durchdringungen zu einem organischen Ganzen.