Lokales

Ein Nachmittag wie ein bunter Strauß voller Harmonie

Es ist beim Landfrauenverein Nabern-Bissingen schöne Tradition, alle zwei Jahre behinderte Menschen in die Gießnauhalle zu einem fröhlichen Beisammensein einzuladen. Neben interessanten Gesprächen standen am vergangenen Samstagnachmittag auch Gesang, Tanz und ein Film auf dem Programm.

RICHARD UMSTADT

Anzeige

KIRCHHEIM Als zentrales Element im Verhältnis zwischen behinderten und nichtbehinderten Menschen bezeichnete Naberns Ortsvorsteher Nicolas Fink die Integration und das Miteinander. Ganz in diesem Sinne handeln die 65 Naberner und Bissinger Landfrauen schon seit Jahren. So nehmen behinderte Menschen aus der gesamten Region gerne die Einladung der engagierten Frauen zu einem fröhlichen Nachmittag in der Naberner Gießnauhalle wahr, wissen sie doch, mit wie viel Liebe die Landfrauen dieses Beisammensein für sie gestalten.

Auch heuer fanden beim zwölften Treffen rund 120 Angehörige der AMSEL-Kontaktgruppe Wernau, der Selbsthilfegruppe nach Krebs, Osteoporosekranke, Sehbehinderte und Blinde sowie von Parkinson Betroffene den Weg in die Gießnauhalle. Sie saßen Seite an Seite mit den Landfrauen sowie kranken und behinderten Bürgern aus Nabern.

In ihrer Begrüßung der Gäste stellte Vorsitzende Renate Gölz kurz die Aufgaben des Landfrauenvereins vor. Dabei sah sie im Bildungsprogramm die tragende Säule für lebenslanges Lernen. "Die Landfrauen sind offen für alle Themen, die Fauen heute bewegen." Gretel Maier, eine der zwei stellvertretenden Vorsitzenden des Vereins, beschrieb in gereimten Versen die Aktivitäten der Naberner und Bissinger Landfrauen, wie fachbezogene Vorträge anhören, Bildungsfahrten unternehmen, Kurse und Lehrgänge besuchen, Gymnastik treiben, bei öffentlichen Veranstaltungen mitwirken und Feste feiern im Jahreslauf. Kurzum, die Landfrauen sorgen für eine lebendige Dorfgemeinschaft.

Ortsvorsteher Nicolas Fink machte in seinem Grußwort auf das Schicksalhafte einer Behinderung aufmerksam. "Zwischen Nichtbehinderung und Behinderung liegt oft nur der Bruchteil einer Sekunde, ein Autounfall, ein Sturz von der Leiter, eine missglückte Operation oder eine Unachtsamkeit beim Sport." Da Behinderung in all ihren Formen Teil unserer Welt ist, ging es ihm um einen ungezwungenen, vorurteilslosen Umgang zwischen den Menschen. "Veranstaltungen wie dieses fröhliche Beisammensein sind daher wichtig, um das gegenseitige Verständnis zu fördern, und das gemeinsame Miteinander weiter aufzuzeigen." Für ihr Engagement bezeugte er den Landfrauen seinen größten Respekt.

Den ganzen Nachmittag über erfreuten die Landfrauen ihre Gäste mit Tänzen und der Chor der Landfrauen unter Leitung von Ehrentraud Gölz sang Frühlingslieder und forderte die "Freunde, die ihr seid gekommen" musikalisch auf: "Wirf die Sorgen über Bord." Renate Raichle, die andere stellvertretende Vorsitzende, stimmte vor der Kaffeepause ihre Zuhörerinnen und Zuhörer in das Thema des Filmbeitrags von Siegfried Fischer ein, der einen winzigen Sänger aus der Vogelwelt in brillanten, bewegten Bildern und Ton vorstellte den Zaunkönig.

Für ihren Gedichtvortrag erhielt auch Margret Mauthe vom Bezirksverein der Landfrauen viel Beifall. Wie sagte doch gleich Renate Gölz bei der Begrüßung: "So ein Nachmittag ist wie ein bunter Strauß. Auch bei ihm ist jede Blume wie ein Kunstwerk von eigener Schönheit. Im Strauß aber vereinigen sich alle erst zur prächtigen Harmonie." Und dieses Gefühl einer harmonischen Atmosphäre wurde spürbar beim fröhlichen Beisammensein in der Gießnauhalle.