Lokales

Ein Neubau als erster Schritt zur Schulfusion

Die Bauzeit ist rekordverdächtig: Nur sieben Monate nach dem ersten Spatenstich feierte Landrat Heinz Eininger als Bauherr gestern Nachmittag mit Handwerkern und einer großen Schar von Gästen auf dem Nürtinger Säer das Richtfest für den Schulhausneubau, mit dem die Fusion der Fritz-Ruoff-Schule und der Otto-Umfrid-Schule in die Wege geleitet wird.

UWE GOTTWALD

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NÜRTINGEN Wie der Landrat, so würdigten auch der designierte Schulleiter Dieter Diehl und Nürtingens Oberbürgermeister Heirich das mit 12,6 Millionen Euro veranschlagte Projekt als Meilenstein zur weiteren Stärkung des Schulstandorts Nürtingen und des beruflichen Schulwesens im Kreis. Weil man den inflationären Neujahrsempfängen nicht einen weiteren hinzufügen wolle, verzichte der Landkreis darauf, so Landrat Eininger, der stattdessen das Richtfest zum Anlass für einige grundsätzliche Gedanken nahm.

Trotz Verunsicherung hätten die Bürger begriffen, dass Reformen notwendig seien. Der Globalisierungsdruck und der demografische Wandel erforderten investitionsfähige Unternehmen und die Anpassung sozialer Sicherungssysteme. "Wir müssen lernen, mit dem zu leben, was wir haben", so der Landrat, und weiter, mit dem Hinweis auf die Flutkatastrophe im Indischen Ozean: "Im Vergleich dazu geht es uns unendlich gut." Seit Jahrzehnten dürfe man in Frieden auf einem hohen Standard leben. Ein Blick in die Welt zeige, dass dies bei weitem nicht selbstverständlich sei.

Trotz klammer Kassen und vieler ungelöster Fragen blicke er hoffnungsfroh in die Zukunft, fuhr Landrat Eininger fort. Man habe sich im vergangenen Jahr den Herausforderungen der Zeit gestellt. Dafür sei auch die Verwaltungsreform mit der Bündelung und Optimierung von Abläufen ein gutes Beispiel.

Auch im Schulbereich dürfe man mit viel Optimismus in das neue Jahr gehen. Gemeinsam habe man Strukturen überdacht. Ein erster Schritt sei dieses Richtfest auf dem Säer, ein weiterer folge im Mai, wenn die Philipp-Matthäus-Hahn-Schule in Nürtingen ihren neuen Werkstattbau bezieht. Diese Investitionen zeigten, dass trotz schwieriger Rahmenbedingungen im guten Miteinander von Verwaltung und Politik verantwortungsvoll an der Zukunft des Landkreises als Bildungs- und Wirtschaftsstandort gearbeitet werden könne.

Durch weitreichende Beschlüsse, so Heinz Eininger, profitiere man nun von einem Landeszuschuss über vier Millionen Euro, gleichzeitig konnten die Kosten gegenüber dem Voranschlag nach einem Großteil der Vergaben bereits um 1,5 Millionen Euro reduziert werden. Dies und der schnelle Baufortschritt zeige, dass man sich für die richtigen Firmen entschieden habe und dass im Planungsteam mit dem Architekten Markus Joas von Obermeyer Planen + Beraten und Projektsteuerer Jost Fuhr gute Arbeit geleistet werde. Darüber hinaus galt Einingers Dank allen am Bau Beteiligten, eingeschlossen der kooperativen Mitarbeit der beiden Schulleiter.

Nürtingens Oberbürgermeister Heirich betonte: "Die Investition nutzt Nürtingen als Schulstandort, der Bauwirtschaft in einer schwieriger Zeit und nicht zuletzt den jungen Menschen." Die Anforderungen auf dem Weg in den Beruf seien gestiegen, ein modernes berufliches Schulwesen sei die beste Investition in die Zukunft.

Dieter Diehl, Schulleiter der Otto-Umfrid-Schule, bekräftigte die gute Kooperation der beiden beteiligten Schulen, deren Kollegien sich einig in der Namensgebung seien: "Die Verbundenheit des verstorbenen Künstlers Fritz Ruoff mit dem Säer gebietet es, ihn als Namensgeber beizubehalten." Der Neubau werde dann Otto-Umfrid-Bau heißen.

Bezugsfertig soll das Gebäude Anfang nächsten Jahres sein. Dann stehen den naturwissenschaftlich ausgerichteten Disziplinen der jetzigen Schule und den im Gesundheitsbereich angesiedelten, neu hinzukommenden Ausbildungsgängen im Neubau unter anderem 16 weitere Klassenräume und ebenso viele Fachräume sowie sechs EDV-Räume auf einer Bruttogeschossfläche von über 6 600 Quadratmetern und einer Programmfläche von 3 300 Quadratmetern zur Verfügung. Nach dem Richtspruch von Bauleiter Wilfried Röber von der Stuttgarter Baufirma Rommel lud Schulleiter Dr. Martin Späth zum Imbiss in die Fritz-Ruoff-Schule ein.