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Ein populistisches"Gschmäckle" wird bleiben ...

Ein populistisches"Gschmäckle" wird bleiben

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Zum Leserbrief "Mangelnde Kritikfähigkeit" im Teckboten vom 29. Dezember:

Lieber Herr Carstens, ihr Leserbrief gegen Herrn Zimmermann strotzt nicht gerade von sportlicher Fairness, wenn Sie einerseits die Meinungsäußerungen eines Andersdenkenden verteidigen, zugleich aber die Gegenmeinung uminterpretieren und als dumm, platt, billig und scheinheilig abqualifizieren. Damit tun Sie der Sache gegen den Flughafenausbau keinen Gefallen.

Laut Wikipedia bezeichnet Populismus politische Strömungen, die vereinfachende, den Stimmungen der Massen folgende Parolen und Aktionen zur Lösung akuter Probleme anbieten. Ein populistisches Gschmäckle wird also bleiben, auch wenn die emotionale Entscheidung gegen den Flughafenausbau richtig ist.

Eigentlich erwartet man von Politikern, dass sie eine eigene Meinung haben und nach ihrem Gewissen entscheiden, also nicht dem Volk nach dem Mund reden, nur um wieder gewählt zu werden, wie sie das in diesem Fall fordern. Es könnten auch einmal Entscheidungen anstehen, wo ihnen "des Volkes Meinung" nicht so genehm ist.

Walter Holder

Schlossstraße, Neidlingen

Besserwisser und ihrehochgeistigen Produkte

Es fällt auf, dass unter Leserbriefen, die im Teckboten veröffentlicht werden, häufig dieselben Namen stehen. Mit schöner Regelmäßigkeit erscheinen im fast regelmäßigen Rhythmus Leserbriefe ganz bestimmter Personen, die zu allem welt- und landesweiten Geschehen und auch zu lokalen Gegebenheiten ihre Meinung als "der Weisheit letzter Dinge" hinausposaunen. Mal sind es die Menschen, die mit einer fast "Überschallgeschwindigkeit" von 140 Stundenkilometern über die Autobahnen rasen und dadurch Umweltkatastrophen produzieren, dann wiederum ist es die Gewerkschaft der Eisenbahner, welche durch ihren doch legitimen Arbeitskampf Verkehrschaos verursacht, dann sind es die Energiekonzerne, die nach Böser-Buben-Art den Leuten das Geld aus der Tasche ziehen, und auch die Russen und Ex-Bundeskanzler, Herr Schröder, bekommen gründlich ihr "Fett" ab. Und das alles unter einem schwarz-weiß malenden Blickwinkel, der wohl nicht über den Hügel der Burg Teck hinausreicht.

Als regelmäßigem Leser des Teckboten missfällt mir diese Art der Selbstdarstellung und Selbstinszenierung in zunehmendem Maße. Ich stelle mir hier die Frage, was wohl die Triebfeder dieses Treibens sein mag, ob Profilneurose oder die Anmaßung, "Schulmeister der Nation" zu sein und die Weisheit für sich selbst gepachtet zu haben. Dabei frage ich mich auch, was wohl die Redaktion des Teckboten veranlasst, in regelmäßigen Abständen solche "hochgeistigen Ergüsse" abzudrucken. Beim besten Willen kann ich mir nicht vorstellen, dass es mangels besserem "Material" geschieht, das man den Lesern anbieten kann.

Es wäre jedenfalls sehr angenehm, nicht mehr so häufig mit den allmählich und zunehmend langweilenden Traktaten bestimmter Besserwisser genervt zu werden. Manfred J. Rau

Bulkesweg, Kirchheim

Unsere Leserbriefspalte wurde eingerichtet, um sachliche Lesermeinungen zu Veröffentlichungen in unserer Zeitung zu Wort kommen zu lassen. Die von der Redaktion festgesetzte Obergrenze für den Umfang eines Leserbriefs beträgt sechzig Druckzeilen.