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Ein Provisorium tätees zunächst auch ...

Ein Provisorium tätees zunächst auch

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Zum Artikel "Ruhelose Räte zwischen Reiz und Risiko", im Teckboten vom 14. April:

Der Kirchheimer Gemeinderat lässt die Machbarkeit eines Kreisverkehrs auf dem Alleenring für 15 000 Euro untersuchen. Mir fiel beim Lesen dieser Zeilen fast die Kaffeetasse aus der Hand. Kann denn dieses, von uns mehr oder weniger gewählte Gremium gar nichts mehr ohne Gutachten entscheiden? Ist man denn nicht Frau und Manns genug zu sagen: Wir probieren das einfach mal aus?

Es muss doch nicht gleich die perfekte Lösung auf den Asphalt gezaubert werden. Das ist beim jetzigen Zustand des Alleenrings eh nicht möglich. Ein Provisorium täte es auch, denn es geht zunächst nur um einen Probelauf. Diesen Probelauf, mit geänderter Verkehrsführung und mobilen Ampeln hätte ich mir auch vor dem Umbau der Schöllkopfstraße gewünscht. Dann hätte man rechtzeitig erkannt, wie unsinnig die jetzige Lösung ist, und sich nicht nur Gutachter sondern auch Umbaugelder gespart.

Lieber Gemeinderat: Sie sind die gewählten Volksvertreter der Stadt Kirchheim. Erledigen Sie im Sinne der Bürger dieser Stadt die offenen Baustellen. Alleenring, Mörikehalle, Hallenbad . . .

Markus Geisinger

Kirchheim, Notzinger Straße

Empörung und Hoffnung

Zum Artikel "Beschuldigter kann sich angeblich nicht erinnern", im Teckboten vom 13. April:

Ich muss meiner Empörung Ausdruck verleihen über den oben genannten Bericht, der schon einleitend von einem "zunächst harmlosen Streit zwischen Bruder und Schwester" spricht. Wie kann man, wenn man auch nur annähernd die Situation von Mädchen in Migrationsfamilien kennt, so harmlos berichten?

Der Anlass zu dem Streit mögen unaufgeräumte Kleider gewesen sein; vorausgegangen ist sicher ein Martyrium dieses Mädchens in der Familie, weil sie so leben wollte, wie Gleichaltrige in unserer Gesellschaft. Der Tod dieses afghanischen Mädchens ist nur das letzendlich konsequente Ende einer Zeit körperlicher und psychischer Gewalt in der Familie, die sicher nicht ohne Einverständnis der Eltern stattgefunden hat; das kann man ohne Vorverurteilung sagen.

So ist der letzte Satz des Berichtes "und der Vorsitzende Richter macht keinen Hehl daraus, dass er die Gedächtnislücke zum Tatablauf dem Angeklagten nicht abnimmt" auf dem Boden der Tatsachen und lässt hoffen.

Dr. Irmela Eisele

Lindorf, Stegleswiesen