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"Ein Restrisiko bleibt"

Eine Lösung des Problems stellte sich zunächst schwierig dar. Jetzt scheint sie gefunden. Deshalb beschloss der Bissinger Gemeinderat Hochwasserschutzmaßnahmen für das Gebiet Lauwiesen-/Birklesweg im Süden der Gemeinde.

RICHARD UMSTADT

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BISSINGEN Immer, wenn wolkenbruchartige Regen die Wiesen und Wege des Hahnenkamms hinabschossen, versetzten die Wassermassen die Anwohner der Bissinger Lauwiesensiedlung und des benachbarten Birkleswegs in Angst und Schrecken. Die Gemeinde versprach, Abhilfe zu schaffen. Allein, die Verwirklichung des guten Willens gestaltete sich etwas schwierig.

War ursprünglich vorgesehen, das Hangwasser vor der Siedlung auf einer Wiese abzufangen und umzuleiten, so musste die Gemeinde diese Idee aufgeben. Die Besitzerin des Grundstücks war zum Verkauf oder Tausch nicht bereit. Der Planer musste nach einer anderen Lösung suchen. Diese stellte er in jüngster Sitzung Gemeinderat und Verwaltung vor.

Mit einem Bündel von verschiedenen Maßnahmen ist es möglich, die von Süden heranfließenden Wassermassen am Wohngebiet Lauwiesen vorbeizuleiten, ohne dass sie Schäden anrichten können, war sich Diplom-Ingenieur Thomas Herrmann vom gleichnamigen Weilheimer Ingenieurbüro sicher. So soll ein Grasweg ein anderes Profil erhalten, Gelände wird modelliert und die Querneigung eines anderen Feldweges verändert. Ein Erdwall soll die Wassermassen dämmen und an der Einmündung in den Birkles- und Lauwiesenweg wird die bestehende Flutmulde vergößert. Darüber hinaus schlug der Ingenieur vor, die bestehende Schwerlastrinne beim Sportgelände neu zu gestalten. In dieser Schwerlastrinne unterquert das Wasser das Sportgelände und fließt in den Mühlgraben beziehungsweise in den Linsenbach.

Das ganze Maßnahmenpaket kostet die Gemeinde rund 30 200 Euro. Ein Landeszuschuss gibt es dafür nicht. Die Kommune entnimmt das Geld ihren Rücklagen.

"Wir hoffen, das Hochwasser so in den Griff zu bekommen", sagte Bürgermeister Wolfgang Kümmerle. Rein statistisch gesehen, können solche Starkregenfälle alle fünf Jahre kommen.

"Ein Restrisiko bleibt", verwies Siegfried Nägele auf die in schönster Regelmäßigkeit wiederkehrenden Jahrhunderthochwasser.