Lokales

Ein seltenes Stück Natur erlebt

OWEN Der Platz wurde 1898 gegründet und bis 2005 militärisch genutzt; zuletzt, seit 1992, von der Bundeswehr, davor von den Franzosen seit dem Zweiten Weltkrieg. An Ostern 2006 wurde er für die Öffentlichkeit zugänglich und kann auf ausgewiesenen Wegen durchstreift werden. Mit der Führerin hatten die Owener aber ein erweitertes Angebot. So durfte man auf der sonst gesperrten Panzerringstraße, die rund um den ganzen Truppenübungsplatz führt, fahren. Trotz militärischer Nutzung erlebten die Besucher ein Stück Natur pur die Alb, wie sie vor 100 Jahren wohl ausgesehen hatte. Der Platz ist immer noch stark mit Munition belastet, weshalb es streng verboten ist, die erlaubten Wege zu verlassen.

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Interessant für die Teilnehmer waren die beiden Friedhöfe aus dem Ersten und Zweiten Weltkrieg von vorwiegend russischen Gefangenen, die dort begraben sind. Auf mehreren Grabsteinen ist die Inschrift in russischer Schrift (kyrillisch).

Beeindruckend war auch die Führung in dem ehemaligen Ort Gruorn, der im 13. Jahrhundert gegründet wurde und 1937 wegen Erweiterung des Platzes geräumt werden musste. Heute steht noch die Kirche und das ehemalige Schulhaus. Die Besichtigung der Kirche mit Führung war sehr lohnend. Im ehemaligen, urig eingerichteten Schulhaus gab es Kaffee und Kuchen.

Danach ging die Fahrt zum "Alten Lager", der einstigen Unterkunft der Soldaten. Die Backsteingebäude stehen heute unter Denkmalschutz. Die Offiziersunterkünfte und die der einfachen Soldaten unterscheiden sich durch verschiedene Bauweisen. Es konnten hier bis zu 20 000 Soldaten untergebracht werden. Dann wurde die Gruppe zu einem Panzerschießplatz gefahren, von wo aus die Panzer auf einen kleinen Berg in etwa fünf Kilometer Entfernung schießen mussten.

Das Ziel sieht heute wie ein Steinbruch aus. Auch wurde erklärt, dass die Panzer den Boden stark verdichtet hatten, sodass das Regenwasser nicht mehr in den Boden eindringen konnte und es dadurch bei starken Regenfällen im Tal zu Überschwemmungen kam. Es gibt auf dem Platz einige Dolinen und außerdem läuft die europäische Wasserscheide durch. Um herauszufinden, wohin das Sickerwasser läuft, hat man in eine Doline gefärbtes Wasser geleitet. Das Ergebnis war verblüffend: Man entdeckte das Wasser im Goldloch, im Blautopf und im Lautertal. Viel zu rasch verging der Nachmittag und endete mit der Möglichkeit, einen Turm mit 165 Stufen zu besteigen. Wer es tat, hatte einen herrlichen Ausblick.

Der Abschluss des gelungenen Ausflugs fand in einer Gaststätte in Zainingen statt.

df