Lokales

"Ein Sportler, der in Bewegung bleiben will"

IRIS HÄFNER

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LENNINGEN Ein Fahnenmeer vieler europäischer Länder belebte zu Beginn der Veranstaltung die Bühne der Turn- und Festhalle in Oberlenningen. Der Chor der Grundschule Unterlenningen begrüßte die Gäste musikalisch, ehe Karl Sigel, Erster stellvertretender Bürgermeister, Michael Schlecht für seine zweite Amtsperiode verpflichtete. In diesem Zusammenhang erinnerte Karl Sigel an das "erfolgreiche Gestalten in der Gemeinde durch Bürgermeister Schlecht". Vieles wurde in den vergangenen acht Jahren von Gemeinderat, Verwaltung, Bürgern und dem Schultes angepackt und umgesetzt. So nannte Karl Sigel beispielsweise die Modernisierung des Freibads, Restaurierung des Bahnhofs Unterlenningen zum Bürgerhaus, die Neugestaltungen der Ortsmitten in Schopfloch und Schlattstall, Einführung der Kernzeitenbetreuung sowie die Ansiedlung eines Pflegeheims. "Dies ist eine Bilanz, die sich sehen lassen kann", so Karl Sigel.

Wenn ein Beinahe-Fußballprofi Bürgermeister werde, sei davon auszugehen, dass er wie bei Sportlern üblich nach dem Sieg strebe. "Er hat Biss und Ehrgeiz und will in Bewegung bleiben", charakterisierte Landrat Heinz Eininger den neuen und alten Lenninger Bürgermeister und freute sich mit ihm über den deutlichen Wahlsieg.

Vor acht Jahren habe Michael Schlecht eine schuldenfreie Gemeinde samt zweistelliger Rücklagen von seinem Vorgänger Gerhard Schneider übernommen. "Der Haushalt 2007 sieht immer noch so aus die Rücklagen betragen rund 12 Millionen Euro", sagte Heinz Eininger anerkennend. Viel sei in den vergangenen Jahren investiert worden, gleichmäßig verteilt auf sieben Ortsteile. "In Lenningen wird Enormes geleistet: ein attraktives Umfeld für junge Familien, aber auch ältere Bürgerin haben durch das Lenninger Netz die Möglichkeit, möglichst lang in ihrer vertrauten Umgebung zu leben", so der Landrat. Die Zukunft Lenningens sieht er in guten Händen aufgehoben, durch seine vielfältige ehrenamtliche Arbeit wie etwa beim Verein für Naherholung zeige Michael Schlecht Engagement und Verantwortung auch über die Kreisgrenzen hinaus.

Eine gute Wahl attestierte auch Roman Weiß, Bürgermeister aus Erkenbrechtsweiler, den Lenningern mit Michael Schlecht als Schultes auch wenn es keinen anderen Kandidaten gab. "Waren die sieben Teilorte eine Abschreckung oder hatte keiner Lust, sich eine blutige Nase zu holen?" fragte Roman Weiß, dem in seiner Ansprache die gute Zusammenarbeit mit dem benachbarten Amtskollegen anzumerken war.

Die freundschaftliche Verbundenheit mit dem Schultes zeigte sich auch in der kurzen Rede von Oberlenningens Pfarrer Karlheinz Graf. Stets habe Michael Schlecht ein offenes Ort für die Belange der Vereine und Kirchen gehabt. "Ich wünsche mir, dass es die nächsten acht Jahre so weitergeht, denn es hört ja nicht auf: Ein Spatenstich nach dem anderen steht in den nächsten Wochen an", spielte der Pfarrer auf die Grundschulerweiterung und den Bau eines Seniorenwohnheims an.

"Dieses Wahlergebnis können Sie als Rückenwind nutzen und getrost in die zweite Amtszeit starten", sagte Klaus Erlenmaier, Schulleiter der Realschule. Vieles sei in der Vergangenheit geschehen, fast alle Schulgebäude saniert worden. "Solche Investitionen sind der äußere Rahmen, sie müssen mit Leben gefüllt werden", erklärte er. Ihn freut es, dass man sich im Rathaus bewusst sei, dass Betreuung und Bildung ein wichtiger Aspekt für die Attraktivität einer Gemeinde und eine Investition in die Zukunft der Gesellschaft sei.

Renate Ebner-Groh und Leni Aurenz vom Personalrat hatten für die Verwaltungsmitarbeiter das Wort. Sie wählten für ihre Ansprache das Bild einer Küchenmannschaft. "Rezepte mit Pfiff sind angesagt. Der Chefkoch sollte sie nicht versalzen und für die entsprechende Würze wird der Personalrat schon sorgen", versprachen die beiden Frauen augenzwinkernd.

"Mein persönliches Bedauern über den Bewerbermangel hielt sich übrigens von Anfang an stark in Grenzen auch wenn manche meinten, sie hätten zwar die Wahl, aber keine Auswahl gehabt", machte Michael Schlecht aus seinem Herzen keine Mördergrube. Gemeinsam sei erreicht worden, dass Lenningen im Kreisvergleich gut dastehe. "Und das trotz der ungünstigeren Voraussetzung durch unsere Ortsteilstruktur und des damit verbundenen Vorhaltens mehrerer, eigentlich gleicher Einrichtungen, was mit erheblichen zusätzlichen Ausgaben verbunden ist", sagte Michael Schlecht.

Drei Themen haben für ihn neben vielen weiteren Dingen in den nächsten Jahren besondere Bedeutung: zum einen Bildung und Betreuung, zum andern die energetische Sanierung und Modernisierung der gemeindeeigenen Gebäude und öffentlichen Einrichtungen sowie eine bedarfsgerechte Gemeindeentwicklung. "Leben bedeutet Veränderung. Was wir heute planen und beschließen, sollte oftmals keinen Anspruch mehr auf die ewige Gültigkeit herausfordern das sollte man beim späteren Beharren auf frühere Beschlüsse und Positionen berücksichtigen", so Michael Schlecht.

Für den musikalischen Abschluss sorgte das Querflötenensemble der Musikschule Lenningen. Die vier jungen Damen bestachen neben ihrem Musikvortrag auch durch ihre herrlich bunten Kostüme.