Lokales

Ein traumhaft schönes Dolomiten-Panorama

Die Sarntaler Dolomiten waren das Ziel der Hochgebirgstour des Mährisch-Schlesischen Sudetengebirgsvereins. Die Kirchheimer Wanderfreunde bezogen in der 300-Seelen-Gemeinde Durnholz Quartier.

KIRCHHEIM Über das Penser Joch erreichten die Wanderfreunde Durnholz. Das kleine Bergdorf besitzt eine sehenswerte, stattliche Kirche, urkundlich 1273 erstmals genannt. Sie wurde im romanischen Stil erbaut und in gotischer Zeit umgebaut. Das Gotteshaus wurden dem heiligen Nikolaus geweiht.

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Der größte Schatz im Kirchenraum sind die Fresken, welche die Wände und die Apsis schmücken. Sie zeigen die Apostel, darüber Christus in der Mandorla. An der Nordwand ist ein großer Zyklus mit den Geheimnissen des Herrn Jesus Christus und das Leben des heiligen Kirchenpatrons Nikolaus von Myra zu sehen. Im Turm der Kirche hängt eine wertvolle Glocke, die der Glockengießer Löffler 1562 gegossen hat. Am Abend des Ankunftstages ließ sie ihren schönen Klang durch das Tal vernehmen.

Am nächsten Morgen wanderte die Gruppe durch einen schönen Hangwald hinauf, an einer Bergalm vorbei zum 2235 Meter hohen Durnholzer Jöchl. Nach der Besteigung des Gipfels, der Karnspitze (2412 Meter), traten die Wanderer den Rückweg ins Tal an.

Am zweiten Tag reichten die Wolken bis hinunter ins Tal. Der Nebel hing in den Zirbelwäldern, als die Gruppe zur Bergwanderung aufbrach. Es ging zur Flaggerschartenhütte und über einen Rundweg zurück nach Durnholz. In der 2400-Meter-Region hatte die Gruppe mit den tief hängenden Wolken zu kämpfen: Der Gebirgssteig mit Wurzeln und Felsbrocken war rutschig und nass.

Nach dreieinhalb Stunden erreichten die Wanderer die Flaggerschartenhütte und alle waren froh über den beheizten Raum. Ein heißer Tee mit Rum und eine Tiroler Knödelsuppe weckte wieder die Lebensgeister. Dann ging es bei diesem "Sauwetter" weiter auf dem Sarntaler Höhenweg, der in der Höhe von 2400 Metern verläuft. Höhenweg ist vielleicht zu viel gesagt. Bergauf und bergab ging es über markierte Geröllhalden mit großen Felsbrocken.

Bei jedem Sattel, hatten die Kirchheimer erneut die Hoffnung, dass es auf der anderen Seite bergab ging. Im Tal war bereits der See von Durnholz in Sicht aber der Wanderweg verlief immer in die andere Richtung. Schließlich wanderte die Gruppe weglos ins Tal und kam in 1800 Meter Höhe wieder auf den richtigen Weg Nummer 5, der nach Durnholz führte. Nach einer zwölfstündigen Bergtour erreichten sie das Ziel.

Am nächsten Tag hingen die Nebelfetzen immer noch in den Berghängen und die lange Tour des Vortages steckte immer noch in den Gliedern. Gemeinsam wurde daher beschlossen, einen Ruhetag einzulegen, aber nach dem Frühstück ging es dann doch wieder bergan. Nach dem Mittagessen kam sogar die Sonne über die Berggipfel ins Tal. So genossen die Kirchheimer die herrlichen Almen und alten Holzhäuser der Bergbauern mit den geraniengeschmückten Fenstern und Balkonen.

Mit der Kabinenbahn fuhr die Gruppe am nächsten Tag von Reinswald aus und gelangte mühelos auf 2400 Meter Höhe. Ein schöner Wanderweg führte über die Gertrum-Alm zur Hütte am Latzfonser Kreuz. Vor dieser Hütte hatten die Kirchheimer Wanderer ein großes Bergerlebnis: Die ganze Gebirgskette der Dolomiten lag vor der Gruppe ausgebreitet; ein Bild in vielen Abstufungen von Licht und Schatten, ein traumhaftes Dolomiten-Panorama.

Die gigantischen Bergriesen der Geislerspitzen mit dem Sass Rigais, das Sella-Massiv, der Langkofel und der Plattkofel, der Piz Boe mit seinen 3152 Metern, der Rosengarten waren zu sehen, die Marmolada leuchtete mit ihrem Gletscherfeld herüber. Auf der anderen Seite steht der Schlern mit der Seiser Alm, die das große Panorama abschließt.

Nach der Mittagspause ging es weiter zum Gipfel der Kassianspitze. Der Abstieg nach Reinswald war sehr angenehm. Zum Abschluss der Hochgebirgstour stand in Obsteig noch ein gemütliches Essen auf dem Programm. Mit dem Dank an die Bergkameraden Edmund Frey und Alfred Wild, welche die Hochgebirgstour geplant hatten, ging der Ausflug zu Ende.

wz