Lokales

"Ein Unternehmen in Bewegung für eine Welt in Bewegung"

Auf 50 Jahre erfolgreiche Firmengeschichte kann die Horst Mosolf GmbH & Co. KG in diesen Tagen zurückblicken. Als die Bundesrepublik Deutschland mit der Borgward-Isabella, dem Lloyd-Alexander und VW Käfer die mobile Freiheit entdeckt, gründen Horst und Marianne Mosolf 1955 in Kirchheim ihr Transportunternehmen für Automobile.

RUDOLF STÄBLER

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Die Heimat der Familie Mosolf war Wittstock an der Dosse. Durch die Teilung Deutschlands wurde der Familie durch die Verstaatlichung ihre Selbstständigkeit entzogen. So durchbricht der 25-jährige Horst Mosolf mit seinem Sauer-Lkw in der Nacht den Schlagbaum in Ostberlin. Aber schon nach kurzer Zeit war es ihm auch in Westberlin zu eng geworden.

Da ließ er sich im Holsteinischen Meldorf nieder und verkaufte bei seinem Schwiegervater Fahrräder und Nähmaschinen. Nach einiger Zeit übersiedelte er vom hohen Norden nach Kirchheim und erhielt 1955 seine erste Fernverkehrskonzession.

Die Aktivitäten wurden mit einem Mercedes-Benz L 6600, mit einem vollverkleideten Kässbohrer Autotransporter-Aufbau gestartet. Horst Mosolf fuhr Karosseriepressteile von Uhingen nach Bremen, um von dort Borgwards, Goliaths und Lloyds in den Süden zu transportieren. Damit legte er das Fundament für den heutigen Erfolg der Firma.

Bereits Anfang der 60er-Jahre erkannte Horst Mosolf die Notwendigkeit einer grenzüberschreitenden Zusammenarbeit, um insbesondere die europäischen Seehäfen zu erschließen. So erfolgt 1965 die Gründung der ersten Niederlassung in Antwerpen.

Horst Mosolf erkennt früh, dass die Kunden nicht nur Bedarf an Transportleistungen hatten. Er beginnt zusätzliche Dienstleistungen wie Entkonservierung und Zwischenlagerung der Fahrzeuge anzubieten. Die ersten Automobile wurden für die Schwabengarage auf der Hahnweide eingelagert.

In den 70er-Jahren wird das Farbenspektrum der Autos bunter, die Mosolf-Fahrzeug-Spezialtransporter mit dem türkis-blau-roten Logo immer erfolgreicher: 1972 wird in Illingen (Vaihingen/Enz) das erste Auslieferungszentrum mit einem eigenen Bahnanschluss eröffnet, ab 1978 die saarländische Tochterfirmen in Saarlouis und Überherrn aufgebaut.

Die 80er-Jahre stehen dann für Mosolf im Zeichen der Ausweitung der Geschäftsaktivitäten nach Südeuropa. Spanien und Portugal sind die Ziele des Unternehmens. 1983 übernimmt die Firma ein Auslieferungslager vom Fiat-Konzern in Kippenheim. Und in den 90ern wird das Netz der Mosolf-Technik- und Logistik-Zentren auch im Osten Europas ausgebaut. 1990 erfolgt auch mit dem Generationswechsel die Umstrukturierung und Umfirmierung der bis dahin als Einzelunternehmen firmierenden Gesellschaft zur Horst Mosolf GmbH & Co. KG.

Als immer mehr Trabbis durch das vereinte Deutschland rollten, engagiert sich die Mosolf-Gruppe mit dem Fall der Mauer 1989 durch zusätzliche Logistik-Stützpunkte in den neuen Bundesländern. Im Mai 1993 erfolgte die Grundsteinlegung des Technik- und Logistikzentrums im brandenburgischen Etzin, die Gründung des Carcenters in Zeebrugge (Belgien) und die Gründung der Mostva in Warschau. Es folgt die Eröffnung von Niederlassungen in Germersheim und im tschechischen Dobrovice. Die Technik- und Logistikzentren in Düsseldorf und Frankfurt am Main werden in Betrieb genommen. 2001 kommt das Porsche-Logistikzentrum in Kornwestheim hinzu. Inzwischen verfügt die Mosolf-Gruppe, mit der Firmenzentrale in Kirchheim, über 25 Stützpunkte in Europa und Brasilien.

Im Zeitalter des globalen Denkens hat die Mosolf-Gruppe mit weltweit agierenden Logistikern wie internationale Häfen, Schifffahrt- und Eisenbahn-Gesellschaften, strategische Allianzen geschlossen, um die Fahrzeugindustrie bei deren globalen Expansionsplänen aktiv zu unterstützen. Erklärtes Ziel des versierten "Automobil-Logistikunternehmens" ist, die gesamte operative Prozesskette, einschließlich sämtlicher Begleitinformationen, ab Herstellerwerk bis zum Handel eines Fahrzeugs abzudecken.

In nun 50 Jahren Tätigkeit für die internationale Automobilindustrie, für Hersteller von Land- und Baumaschinen, Autoverleih- und Flottenunternehmen sowie für die Versicherungswirtschaft und Flottenkunden hat sich der Schwerpunkt von Mosolf verlagert von der reinen Spedition zum technisch-logistischen Systemdienstleister.

Die Chancen, die sich durch die fortschreitende Technik und zunehmende Individualisierung im Automobilbereich boten, hat Mosolf konsequent genutzt. Der Kunde profitiert heute von einer Vielzahl an Services, die vom Sonderfahrzeugbau über den Einbau von Zusatzausstattungen bis hin zu Lack-, Mechanik- und Karosseriearbeiten reichen. Ebenso gehört die Fahrzeugbewertung und die Durchführung von Inspektions- und Wartungsarbeiten in das Portfolio. Dr. Jörg Mosolf hierzu: "Eine der wichtigsten Säulen für den Erfolg des Hauses Mosolf war der Glaube und die Bereitschaft an eine kompromisslose Qualitätsführerschaft. In der Zukunft kann man immer die Dinge besser machen, das muss ein Streben von unserer Seite sein. Wir wollen als Haus Mosolf der beste Logistikdienstleistungspartner in Europa sein." Unverändert geblieben ist jedoch die konsequente Orientierung an den Wünschen der Kunden: Think global, play local.

Mosolf verfügt heute über 800 Fahrzeug-Spezial-Transporter sowie ein Binnenschiff. Auch ist die Firma mit einem eigenen Doppelstockwaggonpark und einem Eisenbahnverkehrsunternehmen auf der Schiene aktiv. Das Unternehmen ist seit 1994 nach DIN ISO EN 9001 durch die DQS zertifiziert. Seit Mai 2003 ist die Mosolf-Gruppe nach der aktuellen Norm DIN ISO EN 9001 zertifiziert.

Die Mosolf-Gruppe bewegte 2004 rund zwei Millionen Fahrzeuge und erarbeitet derzeit mit 2500 Mitarbeitern europaweit einen konsolidierten Umsatz von 300 Millionen Euro.

Die internationale Automobilindustrie ist mehr denn je bestimmt von Konzentration und Globalisierung. Für die Fahrzeug-Hersteller ist es daher das Gebot der Stunde, schnell und flexibel auf die sich ständig verändernden Kunden- und Markt-Bedürfnisse zu reagieren und so beim Massengut Personenwagen eine individuelle Mobilitäts-Lösung zu schaffen. Die europaweit tätige deutsche Mosolf-Gruppe in Kirchheim setzt genau dort an und deckt für die internationale Automobilindustrie den gesamten Produkt-Lebenszyklus von Fahrzeugen ab.

Mosolf bringt sich bereits in den Entstehungsprozess eines Fahrzeuges ein. Der aus einer klassischen Spedition entstandene Automobil-Systempartner deckt die gesamte technisch-logistische Kette von der Produktion eines Fahrzeuges, seiner kundenspezifischen Individualisierung, der Auslieferung an den Handel bis hin zum umweltgerechten Recycling ab.

Neben der angestammten Fahrzeug- und Fahrzeugteile-Logistik, die auch Importabwicklung und länderspezifische Homologation einschließt, hat Mosolf im Dienste der internationalen Automobilindustrie die Geschäftsbereiche Fahrzeug-Technik und Fahrzeug-Individualisierung etabliert.

Außerdem steht auch das seit einigen Jahren erfolgreiche Firmensommerfest mit allen Mitarbeitern und deren Familien unter dem Motto "50 Jahre Mosolf". Neben einem abwechslungsreichen Programm haben die Kinder mit Unterstützung des VfL Kirchheim einen abwechslungsreichen und sportlichen Nachmittag und Abend.