Lokales

Ein Vater, der immer für uns da ist

In einer Jugendgruppe wird über Gott gesprochen. Einige versuchen zu erklären, dass Gott wie ein Vater ist. "Wieso?", wirft ein Mädchen plötzlich in die Runde, "ist Gott auch jeden Abend betrunken?" Alles lacht kurz aber dann merken sie den Ernst. Ihr irdischer Vater ist Alkoholiker.

Die eigene Vatererfahrung ist normalerweise die Grundlage für die Vorstellung von Gott als Vater. Was aber bedeutet es eigentlich, Vater zu sein? Was erwarten wir von einem "guten Vater"? 1998 hat die deutsche Band "Die 3. Generation" mit ihrer Debüt-Single "Vater, wo bist du" für einige Aufregung gesorgt. Denn selten wurde ein so ernstes Thema in einem Pop-Song angesprochen. Der Text wirft ein sehr krasses Bild auf den Vater. Da heißt es zum Beispiel ganz zu Beginn "Vater, nie warst du für mich da. Mein Vater, du bist weg. Weiß nicht wo du bist und das ist auch egal." Und weiter im Refrain: "Immer wenn ich dich gebraucht hab, wenn ich einsam war, Vater, du warst nie für mich da. Immer hast du mich vergessen, doch ich kann dich nicht hassen. Vater, du warst nie für mich da."

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Die Wenigsten von uns hatten wohl, zum Glück, einen solchen Vater, der nie für sie da war. Aber es gibt viele Menschen, die in ihrem Leben von ihrem Vater enttäuscht wurden. Vielleicht nicht so extrem, wie das in dem Lied ausgedrückt wurde, aber doch irgendwie.

Die dritte Strophe des Liedes zeigt etwas, was wir von einem "guten Vater" erwarten: "Vater, wo bist du? Warum meldest du dich nie? Du weißt doch genau, dass es mich gibt. Hast du mich jemals geliebt? Weißt du wer ich bin, was ich denke, was ich fühle? Ob ich eine Freundin hab', ob ich gut bin in der Schule? Du warst niemals mein Freund, du hast Fehler gemacht. Ich hab viel wegen dir geweint, aber nie mit dir gelacht. Ich vermisse dich mein Vater, denk nicht, ich bin ein Schwein. Vater, es ist nicht einfach, dein Sohn zu sein."

Hier kommt ganz klar heraus, was sich zumindest die Bandmitglieder von ihren Vätern wünschen. Die Väter sollen interessiert sein an unserem Leben, mit uns Kontakt haben, erfahren wer wir sind, wie wir denken und fühlen und was gerade in unserem Leben so geht. Wir wollen mit unseren Vätern Freude haben und teilen. Und was ganz wichtig ist, wir wollen von unseren Vätern geliebt werden.

Kein Mensch auf dieser Welt kann es schaffen, ein perfekter Vater zu sein. Aber Gott kann es und er ist es auch. Im 2. Korintherbrief, Kapitel 6, Vers 18 heißt es: "Ich werde euer Vater und ihr werdet meine Söhne und Töchter sein. So spricht der allmächtige Herr." Das tolle ist, dass Gott ein Vater ist, der seine Kinder liebt und zwar bedingungslos.

Mit Gott als unserem Vater haben wir den besten Vater im ganzen Universum. Wir dürfen wissen, dass er immer für uns da ist und auch immer ein offenes Ohr für unsere Probleme hat. Er ist an unserem Leben interessiert und möchte mit uns Gemeinschaft haben und er möchte sich mit uns freuen. All das was wir von einem guten Vater erwarten, dass kann und will Gott für uns tun. Weil ich Gott selber als Vater erfahren habe, möchte ich Sie ermutigen, sich Gott als Vater anzuvertrauen und eine Beziehung zu ihm aufzubauen. So, wie der in der Geschichte vom verlorenen Sohn, kann man zu Gott kommen und Vaterschaft in Anspruch nehmen und genießen. Machen sie sich auf den Weg zu ihrem himmlischen Vater es lohnt sich. Michael Schwarz Pastor der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde Kirchheim