Lokales

Ein wahrer Ohrenschmaus

Ein "romatischer Abend" war das Thema des Herbstkonzertes des Gesangvereins Eintracht Jesingen.

KIRCHHEIM Diesen hat die Eintracht Jesingen mit einer herrlichen Dekoration, mit hörenswerten Vorträgen von der Eintracht und dem Gastchor "anima musica" aus Neidlingen sowie einem sehr aktiven Christian Vogt als Chorleiter den Besuchern in der Jesinger Gemeindehalle dann auch geboten. Das Publikum in der vollbesetzten Halle geizte dann auch nicht mit Beifall.

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Mit Brahms-Liedern "Erlaube mir, feins Mädchen", und "Da unten im Tale", einem Liebeslied aus Schwaben, hatte Christian Vogt einen typischen Vertreter der Romantik zum Beginn gewählt. Ergänzt wurde dies durch "Ich fahr dahin", ebenfalls von Brahms. Alle Stücke wurden vom Gemischten Chor sauber vorgetragen.

Noch wird in Jesingen der Männerchorgesang gepflegt, und mit den Stücken "Die Nacht", "Ei du Mädchen vom Lande" und "Ich bin kein Bajazzo" bei dem die Solopartie von Gunter Ambacher dem Stück den besonderen Pfiff gab sang sich der zahlenmäßig kleine, aber feine Männerchor in die Herzen der Zuhörer. Auch die Mezzosopranistin Hilde Scheerer reihte sich mit den Stücken "Nur wer die Sehnsucht kennt" und "Kennst du das Land, wo die Zitronen blühn" nahtlos in die romantischen Vorträge ein.

Anima musica ist eine Chorgruppe, die ebenfalls Christian Vogt leitet. Bei Silchers "Loreley" wurde schnell klar, welche hohe musikalische Qualität von diesem Chor geboten wird. Klar und deutlich die Aussprache, jedes Wort verständlich, dies gibt musikalischen Genuss. Abwechslung ist Trumpf bei dieser Gruppe. Die frische, spritzige französische Melodie "Mon papa ne veut pas" war hörenswert. "Jomi, spiel mir a Lidele", ein Lied mit jüdischer Aussprache, bei dem Christian Vogt als Solist mitwirkte, begeisterte. Den Abschluss dieser Runde bildete "This little light of mine".

Die Romantik hatte in der musikalischen Darstellung zwei Elemente, den Draufgänger und den Träumer. Mit seinen Vorträgen Stücke von Chopin und das "Rondo capriccioso" von Mendelssohn Bartholdy hat am Flügel der virtuos spielende Wolfgang E. Bauer diese Unterschiede sauber herausgearbeitet.

Bekannte Volkslieder bot der Gemischte Chor dem Publikum nach der Pause dar. Anima musica ließ mit dem "Jäger Wohlgemuth" sowie dem "Ständchen", ergänzt mit einem Solo von Hilde Scheerer, nochmal das ganze Können aufblitzen. Sehr gefühlvoll wurde "The last rose of summer" vorgetragen. In der Ferne läuten Glocken, die Dämmerung zieht herauf, und vor uns brennt ein kleines Feuer diese Stimmung konnte man sich gut vorstellen bei dem aus Ungarn stammenden "Szellö zug". "Der Mond ist aufgegangen", diese Volksweise wurde mit einem Solo der Mezzosopranistin wunderbar vorgetragen.

Als konzertanten Abschluss brachten die Eintracht und anima musica gemeinsam mit dem "Zigeunerleben" ein fulminantes Stück zum Vortrag. Pianist Wolfgang E. Bauer begleitete Chor und Solisten exzellent am Flügel. Donnernder Applaus belohnte die Akteure des Abends. Ein beeindruckender Konzertabend in der Gemeindehalle.

ks