Lokales

Eine Belohnung muss nicht immer Essen sein

Gemeinsamkeit macht stark unter diesem Motto stehen auch die PfundsFit-Gruppen. Bei den Treffen ist nicht nur ein Gedankenaustausch unter Gleichgesinnten möglich, sondern es gibt auch Tipps über Ernährung, Gesundheit und Sport.

IRIS HÄFNER

Anzeige

LENNINGEN Langsam aber sicher geht die PfundsFit-Aktion ihrem Ende entgegen. Vieles haben die

IO:12010601.JP_Teilnehmerinnen und Teilnehmer während der vergangenen Wochen gelernt und einiges über sich selbst erfahren. Wo lauert die Fettfalle? Welches ist das persönliche Superfatty? Wann kommen die Heißhungerattacken? Und dann ist da ja auch noch die Sache mit dem inneren Schweinehund, den es ständig zu überwinden gilt.

Gewohnte Pfade zu verlassen und das Leben in neue Bahnen zu lenken, das haben sich viele der PfundsFit-Teilnehmer fest vorgenommen. Das Ziel klar vor den Augen, nämlich die purzelnden Pfunde, machten sich viele Abnehmwillige nach Fasching frisch ans Werk. Da der Mensch nicht nur ein Gewohnheitstier sondern auch gern in Gesellschaft ist, bietet die AOK im Rahmen ihrer Aktion PfundsFit-Gruppen an, unter anderem auch in Gutenberg, gemeinsam mit dem Krankenpflegeverein Gutenberg-Schopfloch.

Karola Keidel-Weber leitet die zehn Abende, die jedes mal unter einem anderen Schwerpunktthema stehen. An diesem Abend geht es unter anderem um das Stichwort Belohnung. Jeder der Teilnehmer bekommt zwei verschieden farbige Kärtchen, auf dem entweder eine große oder eine kleine Belohnung notiert wird. Die kleine Freude zwischendurch kann eine Tasse Kaffee auf der Terrasse, verbunden mit einer zehnminütigen Pause sein, ein heißes Bad in der Wanne oder ein kleiner Blumenstrauß. Urlaub, Einkaufsbummel oder eine Radtour fallen da schon unter die größeren Freuden des Alltags. "Wichtig ist, dass man nicht schon die Kinder mit Süßigkeiten für irgendetwas belohnt", verdeutlicht Karola Keidel-Weber die oft enge und zweifelhafte Verknüpfung zwischen Essen und Belohnung.

Immer wieder kommt die Sprache auf den Genuss der Nahrungsaufnahme, denn Essen gehen hat für viele der Kursteilnehmer etwas mit Lebenqualität zu tun, allein schon deshalb, "weil die Frau dann nicht zu kochen braucht". Doch die PfundFitler haben schon viel gelernt. Statt der normalen Portion wird entweder der Seniorenteller bestellt oder einfach ein zweites Gedeck sprich, aus eins mach zwei. Genuss fast ohne Reue verspricht auch das lange und bewusste kauen oder "schlozen", insbesondere auch beim Stück Schokolade. Der Genuss lässt sich verdoppeln, der Griff zum nächsten Rippchen wird dadurch oft überflüssig, weil der Geschmack intensiv ist. "Wichtig ist, dass Sie sich den Schokoriegel nicht verbieten, wenn es Sie danach gelüstet. Spätestens am Abend haben Sie die Kontrolle verloren und futtern um so mehr", warnt die Kursleiterin.

Fettaugen zu zählen ist jedoch nur die halbe Miete, Bewegung lässt die Pfunde ebenso purzeln. Doch auch hier gilt: alles mit Maß und Ziel. Aus diesem Grund bringt Karola Keidel-Weber Pulsmesser mit, damit jeder seinen optimalen Trainingsbereich ausloten kann. Die oberste Grenze bildet die maximale Herzfrequenz, die keinesfalls überschritten werden sollte. Der optimale Trainingsbereich liegt bei den meisten Menschen bei 60 bis 80 Prozent ihrer maximalen Herzfrequenz ein hochroter Kopf sollte unbedingt vermieden werden.

Teststrecke für die Gutenberger PfundsFitler ist die Runde um die Kirche. Bevor sie sich jedoch auf den Weg machen, müssen Uhr und Brustgurt unter fachkundiger Leitung angelegt werden. An letzterem ist ein Sender befestigt, der die gemessenen Daten an die Uhr weitergibt. Die Teilnehmer zeigen nach anfänglichen technischen Schwierigkeiten großes Interesse an ihrer zu- und abnehmenden Herzfrequenz. Die vorläufige Bilanz der PfundsFit-Gruppe: alle sind begeistert von der Aktion, was allein schon die gleichmäßig hohe Teilnehmerzahl bezeugt.