Lokales

Eine "Drogenkarriere" verhindern

Das Landratsamt und die Polizeidirektion Esslingen als so genannte Pilotdienststellen stellen in einer gemeinsamen Pressemitteilung fest, dass das Drogenpräventionsprojekt "FreD" im Kreis Esslingen erfolgreich verlaufen ist.

KREIS ESSLINGEN Im Mai 2004 starteten vier Kooperationspartner im Landkreis als erste in Baden-Württemberg das Projekt "FreD", das sich als Zielgruppe vor allem an junge, erstauffällige Drogenkonsumenten richtet. Projektpartner sind die Jugend- und Drogenberatung des Landkreises Esslingen, die Staatsanwaltschaft Stuttgart, die Jugendgerichtshilfe und die Polizeidirektion Esslingen. "FreD" ist ein Modellprojekt des Bundesgesundheitsministeriums und bedeutet wörtlich "Frühintervention bei erstauffälligen Drogenkonsumenten". Diese frühzeitige Intervention soll helfen, eine "Drogenkarriere" zu verhindern.

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Nachdem das Projekt im Landkreis Esslingen nun über ein Jahr läuft, zogen die beteiligten Partner Ende Juli eine positive Zwischenbilanz. Zielgruppe sind in erster Linie junge Cannabiskonsumenten zwischen 14 und 21 Jahren, denen dadurch frühzeitig ein Hilfsangebot gemacht werden soll.

Seit Mai vergangenen Jahres werden erstauffällige Cannabiskonsumenten und ihre Eltern von der Polizei über dieses freiwillige Angebot der Jugend- und Drogenberatung informiert. Aus diesem Kreis haben bisher 74 Personen an dem Projekt teilgenommen und die angebotenen Kurse besucht. Die Kurse dauern jeweils acht Stunden und werden in der Drogenberatungsstelle abgehalten. Nach erfolgter Kursteilnahme wird die Staatsanwaltschaft informiert.

Inhaltlich geht es in den Kursen vor allem um die Auseinandersetzung mit dem eigenen Konsumverhalten. Die Jugendlichen erleben in der Gruppe meist zum ersten Mal einen kritischen Blick auf ihren Umgang mit Cannabis und können in offener Atmosphäre ihren Konsum hinterfragen. Ziel ist es, den Einstieg in eine langfristige Drogenkarriere zu verhindern und die Chance zur Verhaltensänderung zu nutzen. Für manchen Jugendlichen bedeutet dies auch, weitergehende Beratung und Unterstützung der Jugend- und Drogenberatung in Anspruch zu nehmen. Fast bei allen Teilnehmern führte dies sofort zu einer selbstkritischeren Haltung gegenüber ihrem eigenen Konsumverhalten.

Nach wie vor werden die langfristigen Auswirkungen eines Drogenkonsums von den meisten Menschen unterschätzt. Neben den Problemen mit Polizei und Justiz sind nämlich häufig schwere gesundheitliche Schäden zu erwarten. Zudem hat dies oft erhebliche Auswirkungen auf die psychische Stabilität und das soziale Umfeld. Junge Menschen experimentieren nach Erkenntnissen der Polizei zunehmend mit legalen und illegalen Substanzen, wobei der Cannabiskonsum favorisiert wird.

Im Landkreis Esslingen registrierte die Polizei im Jahr 2004 insgesamt 167 erstauffällige Haschisch-/Cannabiskonsumenten unter den Jugendlichen und Heranwachsenden. Die Phase des Experimentierens gewinnt offensichtlich bei Jugendlichen zunehmend an Bedeutung. Genau hier setzt "FreD" an.

lp