Lokales

"Eine erstaunliche Empfehlung"

"Mit Erstaunen" reagiert die Ötlinger Bürgerinitative (ÖBI) auf die Empfehlung der gemeinderätlichen Klausurtagung, die Eduard-Mörike-Halle zu verpachten, zu verkaufen oder gar zu verschenken.

KIRCHHEIM Die Aussage, dass die Halle nicht für den Schulsport notwendig ist, hält die Bürgerinitiative für "mehr als nachprüfenswert". Diese Behauptung könne so nicht im Raum stehen bleiben. Offensichtlich basiere die Empfehlung aus der Klausurtagung auf einer unvollständigen Übersicht über die tatsächliche Belegung, aber auch über die Vielfalt der Nutzung.

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So gibt es nach Informationen der ÖBI eine ganzjährige intensive Hallenbelegung der Schule, etwa für Projektarbeiten, Einschulung, Abschlussfeiern der neunten Klassen, Informationsveranstaltungen für die vierten Klassen, Schulweihnachtsfeiern, Gesundheitsuntersuchungen, Schulsport bei schlechter Wetterlage, die mangels einer Aula in dieser Halle abgehalten werden müssen. Daneben sei der TSV als zweitgrößter Verein mit rund 1 800 Mitgliedern auf die Hallenkapazität für die Abteilungen Tischtennis, Rhythmische Sportgymnastik, Schützen oder Ski angewiesen. Auch die Kindergärten, die Waldorfschule und die Polizei treiben Sport in dieser Halle.

Die Wochenendnutzung sei geprägt von Veranstaltungen der örtlichen Vereine wie beispielsweise Frühjahrsunterhaltung oder Weihnachtsfeiern. Zudem würden viele Vereine der Gesamtstadt die Halle in Anspruch nehmen. Bei einer Nutzung durch rund 30 Wochenendveranstaltungen, unter Berücksichtigung der Nutzung während der Woche, werde zu Recht von der "am besten genutzten Halle im gesamten Stadtgebiet" gesprochen. Mit ein Grund dafür sei natürlich die Tatsache, dass es keinen Bewirtschaftungs- oder Belieferungszwang gibt und so den vielfältigen Nutzern die Chance eröffnet, noch finanziell vertretbare Veranstaltungen durchzuführen.

Wie auch immer eine Lösung aussehe; eine so intensiv genutzte Halle einfach zu verpachten, zu verkaufen oder gar zu verschenken, "halten wir für starken Tobak", schreibt die ÖBI in ihrer Stellungsnahme: "Zumal nach unserem Kenntnisstand weder die Nutzer, noch der Stadtverband für Leibesübungen, der bisher bei der Hallenbelegung stets eingebunden war, im Vorfeld in irgendwelche Überlegungen eingebunden war."

Ein ganz anderes Thema seien die rund 75 000 Euro an Steuergeldern, die vor einigen Jahren für eine detaillierte Grundsatz-Untersuchung mit dem Ziel der Sanierung ausgegeben wurden, die nach jetziger Lesart "zu verschrotten" wären.

Die ÖBI fordert den Gemeinderat auf, den Vorschlag der Klausurtagung nicht weiter zu verfolgen, den Hallenbedarf anzuerkennen und eine Lösung mit allen Beteiligten zu erarbeiten.

pm