Lokales

„Eine Fraktion hat der Mut verlassen“

Der Dettinger Gemeinderat hat den Haushaltsplan 2010 verabschiedet

„Wir ringen um die beste Lösung – gerade in Zeiten der Krise“, betonte Dettingens Bürgermeister Rainer Haußmann in der jüngsten Gemeinderatssitzung. Dennoch waren nicht alle Räte mit dem Ergebnis des Haushaltsplans 2010 zufrieden.

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heike allmendinger

Dettingen. „Was mich nachdenklich macht, ist, dass die CDU/FWV in ihrer Haushaltsrede sehr stark auf das Sparen gepocht hat, aber bei den Entscheidungen hat sie der Mut verlassen.“ Dr. Werner Hack von der FWG machte in der Sitzung des Dettinger Gemeinderats seinem Ärger Luft. Seine Fraktion sei mit dem Ergebnis des Haushaltsplans 2010 nicht zufrieden und werde ihm deshalb nicht zustimmen. „Den Sparkurs, den wir im Jahr 2009 eingeschlagen haben, hätten wir in 2010 nicht abmildern sollen“, begründete Werner Hack seinen Standpunkt. Roland Sigel von der CDU/FWV wollte das freilich nicht so stehen lassen: „Wir haben den Haushalt ganz konstruktiv zusammen erarbeitet. Dass es unterschiedliche Auffassungen gibt, ist Demokratie.“

Nachdem die Gemeinderäte in ihrer Sitzung am 1. März über den Haushalt beraten hatten, ging es nun um die Verabschiedung des 234 Seiten umfassenden Planwerks. Kämmerer Jörg Neubauer erläuterte zunächst die Änderungen, die sich nach den Beratungen ergeben haben. So wird im Verwaltungshaushalt der Ansatz für Reparaturen der Kirchturmglocken, an denen sich die Gemeinde finanziell mit 50 Prozent beteiligt, um 1 500 Euro auf 2 000 Euro erhöht. Außerdem steigt der Planansatz für die Grundsteuer um 4 000 Euro auf 788 000 Euro und für die Gewerbesteuer um 120 000 Euro auf 1 120 000 Euro, freute sich der Kämmerer. Darüber hinaus stellt die Gemeinde zum 30. Juni die sogenannte Vatertierhaltung ein, also die Förderung der künstlichen Rinderbesamung. Dadurch spart sie 500 Euro.

Im Vermögenshaushalt schlägt vor allem die Sanierung der Gemeindeverbindungsstraße zwischen Dettingen und Owen zu Buche: Hier rechnen die Gemeinderäte mit Kosten in Höhe von 230 000 Euro. „Erfreulich ist aber, dass wir höhere Ausgleichsmittel aus dem Baugebiet ,Goldmorgen Süd‘ erhalten“, sagte Jörg Neubauer. Diese steigen um 7 205 Euro auf 67 375 Euro. Hinzu kommt, dass die Gemeinde durch den Verkauf einer gemeindeeigenen Wohnung und einer Garage höhere Grundstückserlöse erzielen wird als zunächst geplant: Bisher rechnete man mit Grundstückserlösen in Höhe von 435 000 Euro, jetzt liegen sie bei 568 000 Euro.

Das Haushaltsvolumen umfasst demnach 11,5 Millionen Euro. Davon entfallen auf den Verwaltungshaushalt 9,3 Millionen Euro und auf den Vermögenshaushalt 2,2 Millionen Euro. Unterm Strich fehlen dem Verwaltungshaushalt 492 928 Euro, die man vom Vermögenshaushalt abzweigen muss. Zwingend erforderlich ist zudem, aus dem Eigenbetrieb Wasserversorgung 300 000 Euro zu entnehmen.

Bei acht Für- und sechs Gegenstimmen sowie einer Enthaltung verabschiedete das Gremium den Haushaltsplan.