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Eine ganze Fraktionsstärke fällt künftig weg



JOACHIM KRUG

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SCHLIERBACH Der Schlierbacher Bürgermeister Paul Schmid erinnerte bei der Verabschiedung der acht Mitglieder des bisherigen Gemeinderats an die zahlreichen Vorhaben der letzten fünf Jahre, wobei er die neue Sporthalle als die wichtigste Investition besonders hervorhob.



24 Jahre dabei und damit länger als er selbst Bürgermeister sei, waren nach Paul Schmids Angaben Klaus-Dieter Haller (CDU) und Klaus Schäffer (SPD) im Rat. Allein in den letzten fünf Jahren seien unter anderem der Sporthallenbau, das neue Feuerwehrmagazin plus Mannschaftswagen, der Jugendtreff, die Ortskernsanierung und der Radweg zwischen Schlierbach und Roßwälden zu stemmen gewesen. Auch die Bauhoferweiterung wurde auf den Weg gebracht.



Die gesamte Gemeindepolitik mit ihren finanziellen Auswirkungen sei als eine Gemeinschaftsleistung von Gemeinderat und Verwaltung anzusehen. Die Periode von 1999 bis 2004 sei dabei eine Erfolgsbilanz gewesen, die sich so nicht wiederholen werde. An jeden einzelnen der ausscheidenden Gemeinderatsmitglieder richtete Bürgermeister Schmid persönliche Worte.



Heinz Blankenhorn (FUW) sei während seiner 15-jährigen Ratszugehörigkeit gewissermaßen "Alterspräsident" gewesen, allerdings nicht der lauteste. Mit Unterbrechung war auch Peter Göttert (SPD) fünfzehn Jahre im Rat. Als Landesbeauftragter und Leiter der Rettungshundestaffel habe er sich überregional einen Namen gemacht. Dem Architekten Klaus-Dieter Haller (CDU) seien technische Fragen am wichtigsten gewesen. Sowohl im Gutachterausschuss als auch als langjähriger Vorsitzender des TSV habe er sich bleibende Verdienste erworben. Trotz seiner nur fünfjährigen Ratszugehörigkeit habe sich der Arzt Dr. Joachim Kempter (CDU) besonders in der Musikschule bleibende Verdienste erworben. Vielseitig interessiert sei die Erzieherin Waltraud Kuderer (SPD) gewesen, deren Hauptaugenmerk der Musikschule und der Volkshochschule gegolten habe. Fundiert im Gemeinderat auseinander gesetzt habe sich Udo Mayerle (SPD), der mit Unterbrechung zwei Perioden dem Rat angehört habe. Der Kriminalkommissar habe zehn Jahre lang überaus erfolgreich den örtlichen Kulturkreis geführt und den Gemeinderat durch seine Beiträge des öfteren ins Schwitzen gebracht.



"Bekannt wie ein roter Hund" sei Klaus Schäffer (SPD) gewesen, stellte Bürgermeister Schmid fest und ergänzte, dass Klaus Schäffers streitbare und unkonventionelle Art manchmal zum Verzweifeln gewesen sei. Neben seiner Tätigkeit als Sonderschullehrer war Klaus Schäffer nach Schmids Worten unter anderem Sänger, Drehorgelspieler, Zauberer und Fußballer. Wie sein CDU-Kollege Haller habe auch Klaus Schäffer die Landesverdienstmedaille erhalten.



Den Sprung in den Kreistag hat Rita Schäuffele (FUW) geschafft, die zehn Jahre dem Schlierbacher Gemeinderat angehört hatte. Sie habe "lange gebraucht, um grob zu werden", lautete Schmids Bewertung der Ratsfrau. Viel wurde gestritten, so stellte der Bürgermeister rückblickend fest, doch das Positive habe stets überwogen.



Auch der Vorsitzende der CDU- Fraktion, Kurt Moll, wandte sich an die Ausgeschiedenen, die insgesamt "113 Jahre Ratszugehörigkeit repräsentierten". Auf Klaus Schäffer eingehend sagte Kurt Moll, dass ihr 23-jähriger Streit Schlierbach nicht geschadet habe. Niemals seien die Auseinandersetzungen persönlich geworden. Auch der FUW- Fraktionsvorsitzende August Leins hatte Worte des Dankes und kleine Geschenke für die Ausscheidenden parat. Besonders freue er sich darüber, dass der Gemeinderat für seine Fraktionskollegin Schäuffele zum Sprungbrett für den Kreistag in Göppingen geworden sei.



"A bissle" werde ihm der Bürgermeister und die Ratsmitglieder fehlen, bekundete der "rote Hund" Schäffer. Dem Bürgermeister überreichte er einen schwarzen Schal, der, oh Wunder, beim Auseinanderziehen bunt wurde.



Sowohl für die Ausscheidenden als auch für deren Ehepartner, deren Verständnis für die Ratstätigkeit notwendig sei, hatte Bürgermeister Schmid Erinnerungsgeschenke parat.

Sehr persönlich bedankte sich Bürgermeister Paul Schmid (links) von den acht aus dem Schlierbacher Gemeinderat sich verabschiedenden Mitgliedern. (Nicht im Bild: Waltraud Kuderer).