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Eine Klasse fühlt ihren Traumjobs auf den Zahn

KIRCHHEIM/GÖPPINGEN Im Morgengrauen startet die Mission: Die Klasse 9d der Kirchheimer Freihof-Realschule und ihr Klassenlehrer

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BIANCA LÜTZ

Walter Reininger haben das Berufsinformationszentrum der Agentur für Arbeit in Göppingen im Visier. Berufe erkunden, Informationen einholen und sich auf das Praktikum im März vorbereiten all das steht auf dem Programnm. "Die Schüler sollen das BIZ heute mal kennen lernen, damit sie sich dort später auch selbstständig informieren können", so Walter Reininger.

In Göppingen stellt Aloys Dietrich, Berufsberater bei der Agentur für Arbeit, das BIZ kurz vor. Er zeigt, wie sich die Datenbanken bedienen lassen und verteilt Beispiele von Informationsmappen. Bevor die Klasse jedoch ins Internetcenter und in den Leseraum entlassen wird, teilt Walter Reininger ein Arbeitsblatt aus. In den Bogen sollen die Schüler eintragen, was sie alles über einen bestimmten Beruf herausgefunden haben. Dabei können sie selbst entscheiden, ob sie sich zu ihrem Traumjob informieren oder über das Berufsbild, das sie beim Praktikum im März erkunden.

Chriso und Elisa wählen den Lese- und Arbeitsraum. Aus den deckenhohen Regalen mit roten Mappen suchen sie sich ihre Wunschberufe heraus: Chrisos Ziel ist es, als Pädagogin oder Bankkauffrau, vielleicht aber auch Hotelfachfrau zu arbeiten. Elisa schnappt sich die Ordner zu den Berufsbildern Tierpflegerin und Pferdewirtin.

"Eigentlich möchte ich gerne Grund- und Hauptschullehrerin oder auch Bankkauffrau werden", erzählt Chriso. Ihr Berufspraktikum im März absolviert die 14-Jährige allerdings an ganz anderer Stelle: "Ich gehe zu einem Friseur, weil ich als Bankkauffrau nichts bekommen habe", erläutert sie. Elisa hat da schon etwas mehr Glück gehabt. Ihr ist eine Praktikums-Stelle im Esslinger Tierheim sicher.

Während die beiden Mädchen in ihren Mappen lesen, recherchiert Marius im Internet. Er schnuppert im März in den Beruf des Werkzeugmechanikers hinein. "Das würde ich später vielleicht gerne als Beruf machen", verrät er. Im "Berufe-Net" studiert er, welche Fähigkeiten und Interessen ein Werkzeugmechaniker mitbringen muss: "Neigung zu handwerklicher Präzisionsarbeit? Ist vorhanden", stellt der 15-Jährige zufrieden fest. Auch Interesse an Technik kann er vorweisen, eine weitere Voraussetzung für den Beruf.

Nach einer guten Stunde Recherche sind die Arbeitsblätter ausgefüllt und die Schülerinnen und Schüler um einiges schlauer. "Die Infomappen helfen schon weiter", bilanziert Chriso, "aber wie das mit der Ausbildung jetzt genau ist, habe ich noch nicht so richtig herausgefunden." Da kann Aloys Dietrich ein wenig weiterhelfen: "Die Ausbildung zur Grund- und Hauptschullehrerin findet an Pädagogischen Hochschulen, also PHs statt", sagt der Berufsberater.

Auch Elisa hat einige Fakten aufgestöbert, die neu für sie sind: "Es gibt leider nicht besondes viele Ausbildungsplätze für Tierpfleger", bedauert sie. Aber sie auch auch positive Aspekte gefunden: "Man verdient eigentlich ganz gut." Der Beruf Pferdewirtin interessiert die 15-Jährige ebenfalls. "Ich habe aber leider eine Allergie gegen Heu und Stroh", sagt sie damit ist die Arbeit im Pferdestall kaum möglich.

Marius ist im Zuge seiner Internetrecherche inzwischen bei einem Probe-Auswahltest gelandet. In der Rubrik "Technisches Verständnis" muss er beispielsweise austüfteln, welche der vier abgebildeten Waagen aufgrund der Lastenverteilung im Gleichgewicht sein muss. "Das ist Bild D", sagt er und erhält virtuelle Bestätigung "Die Antwort ist richtig", erscheint auf dem Bildschirm. Schwieriger wird es für ihn allerdings bei der Frage, wer in Deutschland den Bundespräsidenten wählt erst mehrere Versuche führen ihn zum richtigen Ergebis: "Die Bundesversammlung".

Während Chriso und Elisa mit ihren Recherchen recht zufrieden sind, hat Marius aus seiner Sicht nur wenig Neues erfahren: "Ich habe mich auch schon vorher informiert sonst wüsste ich ja nicht dass ich den Beruf machen möchte", sagt er.