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Eine Million für das Vogthausviertel

Grund zum Jubeln gab es gestern im Kirchheimer Rathaus: "Das ist eine schöne Nachricht, die leider nicht alltäglich ist", kommentierte Planungsamtsleiter Dr. Oediger eine kräftige Finanzspritze aus der Landeskasse: Die Zuschüsse für das "Vogthausviertel" werden um eine Million Euro erhöht.

IRENE STRIFLER

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KIRCHHEIM Baden-Württembergs Wirtschaftsminister Ernst Pfister hat gestern die aktuellen Städtebauprogramme bekannt gegeben. 8,3 Millionen Euro Fördermittel fließen demnach im Kreis nach Esslingen, Kirchheim, Nürtingen, Leinfelden-Echterdingen, Aichtal, Weilheim, Beuren, Denkendorf, Neuhausen auf den Fildern, Köngen, Rei-chenbach an der Fils und Neckar- tailfingen.

Um eine Million Euro erhöht wurde die bereits laufende Bund-Länder-Maßnahme "Vogthausviertel" in Kirchheim. "Wir haben hier schon einiges auf die Rampe gebracht", freut sich Dr. Oediger, dass der erneute Zuschussantrag der Stadt beim Land Berücksichtigung fand. Die umfassende Sanierung des Vogthauses steht ebenso im Blickfeld der aktuellen baulichen Aktivitäten wie schon seit längerem die Sanierung und Erneuerung der Tiefgarage Schweinemarkt. "Zu diesen Vorhaben gehört auch eine Verbesserung des jeweiligen Umfeldes", erläutert Oediger und nennt Beispiele: So wird in der Turmstraße ein Flanierbereich entstehen. Weiter soll die Stiftsscheuer, die derzeit in Privatinitiative restauriert wird, durch einen Platz ergänzt werden. Im direkten Vogthaus-Umfeld ist daran gedacht, statt Parkplätzen eher einen Kinderspielplatz zu schaffen, und auch rund um die Bastion soll sich einiges tun. "Bislang haben wir für das Vogthausviertel Finanzhilfe in Höhe von 1,4 Millionen Euro erhalten", rechnet Oediger vor und sieht in der erneuten Bezuschussung ein Zeichen dafür, dass Kirchheim für solides Wirtschaften bekannt ist. "Wir sind in der Altstadt sehr weit mit der Sanierung", wirft er einen Blick auf die gesamte Innenstadt. Gemeinsames Ziel von Stadt und Land sei es, historische Zentren als lebendige Wohn- und Arbeitsviertel zu erhalten.

Grund zur Freude gibt's nicht nur unter der Teck, sondern auch an der Limburg: Für Weilheim werden weitere Finanzhilfen in Höhe von 400 000 Euro für die Sanierungsmaßnahme "Stadtmitte II" bewilligt, damit die Stadt die bauliche Erneuerung in der Innenstadt fortsetzen kann. Als wesentliches Kennzeichen wird von Seiten des Wirtschaftsministeriums hier die Stärkung der Dienstleistungsfunktion durch die Modernisierung des historischen alten Rathauses genannt.

Wirtschaftsminister Pfister bezeichnete die Städtebauförderung als "das mit Abstand wirksamste und beschäftigungsintensivste Konjunkturprogramm". Jeder Förder-Euro mobilisiere über acht Euro an privaten und öffentlichen Folgeinvestitionen. Damit sei eine Vielzahl von Arbeitsplätzen im hart geprüften klein- und mittelständischen Bau- und Ausbaugewerbe gesichert.