Lokales

Eine "Panikmache der IG Metall"

Die Innung des Kraftfahrzeug-Gewerbes Nürtingen-Kirchheim warnt vor einer weiteren Panikmache im Kraftfahrzeuggewerbe durch die IG Metall.

KREIS ESSLINGEN "In unseren Mitgliedsbetrieben wird es auch nach der Kündigung der Tarifverträge keine rechtlosen Beschäftigten geben, wie es die IG Metall zuletzt als Horrorszenario angekündigt hat. Ebenso wenig befindet sich das baden-württembergische Kraftfahrzeuggewerbe auf Crash-Kurs", so Obermeister Konstantin Lepadusch.

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Der Verband des Kraftfahrzeuggewerbes Baden-Württemberg hatte im April 2007 auf die bisherige Tarifhoheit verzichtet und war damit der Forderung von Betrieben und Innungen nachgekommen, die sich mehr Flexibilität und Wahlmöglichkeiten in tariflichen Fragen wünschten. Seit der erfolgten Gründung einer neuen Tarifgemeinschaft hat jeder Betrieb des Kraftfahrzeug- und Tankstellengewerbes in Baden-Württemberg die Wahl, sich dieser Gemeinschaft anzuschließen oder Haustarifverträge mit der IG Metall als zuständiger Gewerkschaft abzuschließen. Die Tarifgemeinschaft wird namens ihrer Mitgliedsbetriebe Tarifverträge für interessierte Kfz-Meisterbetriebe in Baden-Württemberg abschließen, die dann in die Fläche hineinwirken.

Die bisherigen Tarifverträge wurden vom Verband fristgerecht gekündigt; der Manteltarifvertrag sowie die Entgeltabkommen laufen zum 29. Februar 2008 aus. Mit der Kündigung der Tarifverträge besteht jedoch kein rechtloser Zustand, "wie die Gewerkschaft im Zuge ihrer Mitgliederwerbung gerne glauben machen möchte", betont Lepadusch. "Die gewerkschaftliche Panikmache dient nicht dem betrieblichen Frieden, schon gar nicht den Arbeitnehmern. Jeder Beschäftigte hat durch seinen Arbeitsvertrag gesicherte Ansprüche auf die bisherigen Leistungen. Daran ändert die Kündigung der Tarifverträge absolut gar nichts", so der Obermeister. "Dies gilt übrigens in jedem Fall auch unabhängig von der Gewerkschaftszugehörigkeit der Beschäftigten".

Fakt ist zudem, dass der derzeitige Tarifvertrag nach den gesetzlichen Vorschriften so lange weiter gilt, bis er durch eine andere Abmachung ersetzt wird. "Niemand hat ein Interesse, die Beschäftigten künftig nicht mehr angemessen zu vergüten. In vielen Fällen gibt es jedoch den Wunsch, die Tarifverträge mit weiteren Flexibilisierungen insbesondere bei der Frage des Arbeitszeitvolumens an die Anforderungen der betrieblichen Praxis anzupassen." Die Mitarbeiter in den Betrieben wüssten aber ohnehin ganz genau, was los ist, "die sehen, wenn die Werkstatt nur halbvoll ist, oder die Neuwagen nur schleppend vom Hof gehen." Solidarität, wie sie die Gewerkschaft einfordert, ist keine Einbahnstraße: "Gutes Geld für gute Arbeit" hat in den Kfz-Meisterbetrieben schon immer Tradition, sagt Lepadusch.

Aus Sicht des KfZ-Gewerbes ist die neue Tarifgemeinschaft "ein gutes Instrument, die seit sechs Jahrzehnten währende Zusammenarbeit mit der IG Metall auch weiter fortzusetzen", so Lepadusch. "Arbeitgeber und Arbeitnehmer verbindet in diesem Punkt ein gemeinsames Interesse: Wir wollen unsere Kfz-Betriebe erhalten sowie die Arbeits- und Ausbildungsplätze sichern".

pm