Lokales

Eine Stadt zieht Bilanz und bewertet ihr Vermögen

Kämmerer und Hauptamtsleiter informierten Ausschuss über Doppik und elektronische Verwaltungssysteme

Die Umstellung der städtischen Buchführung auf die Doppik soll in Kirchheim zum 1. Januar 2013 erfolgen. Über Details der Umstellung informierte die Stadtverwaltung nun die Mitglieder des Finanz- und Verwaltungsausschusses. Teilweise ist damit ein großer Aufwand verbunden. In anderen Bereichen wird die Arbeit aber tatsächlich vereinfacht.

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Andreas Volz

Kirchheim. Stadtkämmerer Herbert Sedlaczek-Kohl nannte in der Ausschusssitzung die verschiedensten Teilbereiche und Aufgabenfelder, die umstellungsbedingt zu bearbeiten sind, ohne dass die Stadt dafür zusätzliches Personal einsetzen will. Mit den Punkten Kostenrechnung und Kostenleistungsrechnung beispielsweise sei bereits 2007 begonnen worden. Die größte Aufgabe, vor der sich die Verwaltungen landauf, landab sehen, ist die Vermögensbewertung. „Da müssen wir für unsere Eröffnungsbilanz 30 Jahre alte Akten durchwälzen. Kommunen sind es nicht gewöhnt, Vermögensfortschreibungen zu betreiben.“ Die Vermögensbewertung betrifft unter anderem Gebäude, für die sich allenfalls noch die Herstellungskosten verhältnismäßig einfach beziffern lassen. Kompliziert wird es dann bei den Abschreibungen, die nirgends festgehalten sind, aber jetzt doch zurückverfolgt werden müssen.

Bei der Straßenbewertung kommt außer den Fragen nach Herstellungskosten und Abschreibungen noch die Frage nach den durchschnittlichen Grundstückspreisen für Straßen und begleitendes Straßengrün hinzu. Was die Straßenbewertung betrifft, so hat die Stadtverwaltung ein Pilotprojekt in Lindorf gestartet. Die Erfahrungen aus Lindorf sollen Rückschlüsse auf die gesamte Stadt ermöglichen.

Für die „beweglichen Vermögensgegenstände“ wiederum muss die Stadtverwaltung eine umfangreiche Inventarisierung beginnen. Dies soll über Etiketten und Barcodes erfolgen. Im Haushaltsplan für 2010 sind deshalb bereits die Kosten für einen Scanner aufgenommen, der die große Inventur in der Kirchheimer Verwaltung technisch erleichtern soll.

Das Scannen bringt künftig generell eine große Vereinfachung, wie Hauptamtsleiter Steffen Weigel im Ausschuss ankündigte: „Auch Rechnungsbelege werden eingescannt und elektronisch abgelegt. Wir müssen die Belege aus Papier zwar auch künftig aufbewahren. Aber das ist nicht mehr so aufwendig, weil das Suchsystem elektronisch ist.“

Während es sowohl bei den Ausschussmitgliedern als auch beim Stadtkämmerer Bedenken wegen einer künftigen Bilanzpolitik gab, freute sich insbesondere der Grünen-Fraktionsvorsitzende Andreas Schwarz über die Möglichkeiten des elektronischen Sitzungsdiensts und Ratsinformationssystems. Den Ratsmitgliedern ist es dann nämlich möglich, in bestimmten Bereichen extern auf die Rechner der Verwaltung zurückzugreifen und sich auf diese Art besser zu informieren. Auf seine Frage nach Bildschirmarbeit von zu Hause aus berichtete Hauptamtsleiter Weigel, dass es dazu bereits Vereinbarungen mit dem Personalrat gebe. Derzeit seien es bei der Stadt Kirchheim drei Arbeitskräfte, die einen Teil ihrer Arbeit am eigenen Bildschirm zu Hause erledigen.