Lokales

Eine Volksuniversität

Das Studienprogramm "Hermes und Hermine" der Kirchheimer Familienbildungsstätte läuft seit fünf Jahren mit beachtlichem Erfolg. Gefeiert wird das Jubiläum mit einem großen Vortragsprogramm im Vogthaus.

KIRCHHEIM Eine Volksuniversität für die Region? Mit Wissen Grenzen versetzen? Statt der vielen Bäume den Wald sehen? Eine Bildungsreise quer durch die Geschichte, Wissensgebiete und Kulturen? Lerngemeinschaften, die Spaß machen? Wer sowas anfängt, begeht Harakiri, raunten seinerzeit die Experten und Nörgler. Es hat dennoch geklappt, und jetzt wird gefeiert.

Anzeige

Vor fünf Jahren hat das Publizistenehepaar Dr. Ulrike und Dr. Hans-Volkmar Findeisen zusammen mit einem Dutzend Dozenten begonnen, ein Bildungsnetzwerk im Großraum Stuttgart aufzubauen. An der FBS, der Familienbildungsstätte in Kirchheim wurde das Studienprogramm "Hermes und Hermine" zum ersten Mal ausprobiert. Mittlerweile gibt es Ableger der Volksuniversität in Herrenberg, Waiblingen, Reutlingen, Kirchheim und demnächst auch in Filderstadt. Die Idee dafür orientiert sich an Vorbildern in den angelsächsischen Ländern, Skandinavien und Lateinamerika.

Jetzt feiert die kleine Volksuniversität im Kirchheimer Vogthaus mit einem großen Vortragsprogramm ihr fünfjähriges Jubiläum. Wer sich interessiert, kann dabei am kommenden Wochenende einen Blick in die "Werkstatt und Küche" von "Hermes und Hermine" werfen. Am Freitagabend, 4. November, um 20 Uhr geht es um die Macht der Bilder vom Andern und Fremden in der Kultur. Die Russlandspezialistin Dr. Anne Hartmann von der Ruhruniversität Bochum spricht in ihrem Gastvortrag über die Träume und Traumen, mit der sich Deutschland und Russland im 20. Jahrhundert begegneten.

Die Dozenten von "Hermes und Hermine" wollen am Samstag, 5. November, ab 10.30 Uhr die gelegte Spur und das spannende Wechselspiel zwischen harten Fakten, Naturwissenschaft, Medizin, Ästhetik und menschlicher Wahrnehmung weiter verfolgen. Professor Joachim Sommer setzt sich mit "Goethe als Naturwissenschaftler" auseinander, und Dr. Georg Stürmer widmet sich "Schiller als Arzt". Über "Cochlea und Co" und das "Hören in den Kulturen der Welt" berichtet Dr. Hans-Volkmar Findeisen.

Das Samstagabendprogramm werden die Musikerin Sigrid Brendel, die Kunsthistorikerin Anette Ochsenwadel und Dr. Ulrike Zubal-Findeisen mit einer Collage unter dem Titel "Synästhesie von klingenden Farben und sprechenden Bildern" bestreiten.

Karten gibt es an der Tageskasse. Weitere Informationen erhalten Interessierte bei der Familien-Bildungsstätte Kirchheim unter der Telefonnummer 07021/920010.

fbs