Lokales

Eine Wärmebildkamera zur Rettung von Leben

Eine moderne Wärmebildkamera überreichte Stadtbrandmeister Roland Schultheiß der Feuerwehrabteilung Kirchheim während der Hauptversammlung. Oberbürgermeisterin Angelika Matt-Heidecker dankte den 167 Frauen und Männern der Feuerwehr für ihre Arbeit im vergangenen Jahr.

ANDREAS SCHWARZ

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KIRCHHEIM Abteilungskommandant Michael Grininger berichtet über 257 Feuerwehreinsätze im Jahr 2005, bei denen die Feuerwehr Kirchheim 41 Personen retten konnte.

Eine Herausforderung für die ehrenamtlich tätigen Feuerwehrleute stellte der Großbrand in der Jesinger Straße am 18. September dar. In letzter Minute rettete die Feuerwehr einen Menschen aus dem brennenden Gebäude. Im Verlauf des Einsatzes nutzte die Kirchheimer Feuerwehr die Wärmebildkamera der Feuerwehr Ostfildern. Um künftig mehr Zeitvorteil bei der Rettung von Personen aus verrauchten Räumen zu haben, nutzt die Feuerwehr Kirchheim nun ein eigenes Gerät. Die Wärmebildkamera zeigt selbst bei dichtem Rauch Wärmequellen, wie sie von einem Menschen, einem Tier oder dem Brandherd selbst ausgehen. So können sich die unter Atemschutz vorgehenden Trupps selbst im Rauch orientieren. Möglich wurde die Beschaffung durch einen Zuschuss des Landkreises Esslingen und eine strenge Haushaltsdisziplin der Feuerwehr. Für die von den Feuerwehrleuten ehrenamtlich durchgeführte Brandsicherheitswache beim Oldtimer-Fliegertreffen unterstützte die Fliegergruppe Wolf-Hirth die Beschaffung der Wärmebildkamera mit einer Spende.

Oberbürgermeisterin Matt-Heidecker dankte den Frauen und Männern für das umfangreiche Engagement der Einsatzkräfte. Der Großeinsatz in der Jesinger Straße habe beispielsweise über 17 Stunden gedauert. Die Belastung für die Feuerwehr-leute und ihre Familien sowie die Arbeitgeber sei enorm gewesen. Angesichts solcher Einsätze und der Gefahr für Leib und Leben ist es absolut unverständlich, wenn Anwohner mir gegenüber den Vorwurf erheben, die Feuerwehr würde zu langsam an den Einsatzort kommen, sagte sie.

Abteilungskommandant Michael Grininger führte dazu aus, dass nach Alarmierung bereits innerhalb von acht Minuten der erste komplette Löschzug mit vier Fahrzeugen und 20 Einsatzkräften eingetroffen sei. "Wir appellieren an die Bevölkerung, lieber einmal mehr zum Telefon zu greifen und einen Notruf über die Nummer 112 abzusetzen, als dies zu unterlassen." Auch hier haben sich wieder zu viele Schaulustige auf andere verlassen, sagte Grininger. In seinem Jahresbericht ging er auch auf die 20 schweren Verkehrsunfälle ein, bei denen die Feuerwehr 40 Menschen lebend und zwei tot aus ihren Fahrzeugen befreite.

Bei den 257 Einsätzen überwiegt die technische Hilfeleistung (156) inzwischen gegenüber den Brandeinsätzen (101). Auch die umliegenden Feuerwehren und der Rettungsdienst sowie das Technische Hilfswerk konnten sich auf die Zusammenarbeit mit der Feuerwehr Kirchheim verlassen.

Nachwuchs aus den eigenen Reihen erhält die Feuerwehrabteilung durch ihre Jugendfeuerwehr. Stefan Scherrer, Leiter der Jugendfeuerwehr, freute sich über die Anerkennung der Oberbürgermeisterin, die die Arbeit der Jugendfeuerwehr mit einem "Hut ab" lobte. Wilhelm Kurz und Frank Eberle stellten die umfangreichen Aktivitäten der Altersfeuerwehr und des Spielmannszuges vor. Dem Kassier Michael Adler bescheinigten die Kassenprüfer Kerstin Schmid und Frank Schweizer eine vorbildliche Kassenführung, was sich in der einstimmigen Wiederwahl aller drei für die nächsten fünf Jahre niederschlug.

Für ihre Leistungen in der Freiwilligen Feuerwehr beförderte Abteilungskommandant Michael Grininger Andreas Alter, Tobias Geiger, Steffen Heyde, Michael Neumann und Michael Schmid zum Feuerwehrmann, Marco Gienger zum Oberfeuerwehrmann, Frank Eberle, Rudi Grininger und Martin Reith zum Hauptfeuerwehrmann sowie Hans-Peter Jüstel, Andreas Schwarz und Oliver Sohn zum Löschmeister.

Im Jahr 2006 steht für den 40 Jahre alten Lastkraftwagen eine Ersatzbeschaffung an. Mit einem Logistikfahrzeug soll die Feuerwehr auch künftig für ihre Aufgaben der technischen Hilfeleistung, der Brandbekämpfung, dem Umweltschutz und vielem mehr universell helfen können. Aus Sicherheitsgründen fordert die Feuerwehr eine Erneuerung der Hallentore in der Feuerwache.

Trotz einer Zunahme des Personals freut sich die Feuerwehrabteilung Kirchheim weiterhin über neue Mitglieder.