Lokales

Einen anstrengenden Konzerttag überstanden

Einen anstrengenden und intensiven Konzerttag erlebten die Musikerinnen und Musiker des Holzmadener Blasorchesters unter Leitung ihres Dirigenten Jürgen Reiß. Vor dem abendlichen Frühjahrskonzert mit dem Gast-Blasorchester aus Ohmden, galt es zuvor noch beim Wertungskonzert des Kreisverbandes der Blasmusik in der Plochinger Stadthalle zu bestehen.

HOLZMADEN Umso größer war bei den Verantwortlichen schließlich am darauf folgenden Tag die Freude, als in Plochingen die Benotungen für die musikalischen Beiträge der teilnehmenden Musikkapellen bekannt gegeben wurden: ein "Sehr gut" war der Lohn für einen gelungenen Auftritt vor den Juroren; die wochenlange, konzentrierte Vorbereitung hat sich voll ausbezahlt. Allerdings löste sich bereits unmittelbar nach dem Auftritt beim Wertungskonzert bei den Musikern die größte Anspannung, verließ man doch die Tribüne der Plochinger Stadthalle mit einem guten Gefühl ob des gelungenen Vortrages der beiden (Selbstwahl- und Pflicht-) Musikstücke.

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Gestärkt nach einem gemeinsam eingenommenen Abendessen, das den Musikern ihr Vorstand persönlich gekocht hatte, konnte somit für den Abend beim Frühjahrskonzert eigentlich nichts mehr schief gehen.

Vor ausverkauftem Haus eröffneten dann die beiden vereinigten Jugendkapellen aus Holzmaden und Ohmden den Konzertabend. Die große Besucherschar beflügelte offensichtlich die Jugendmusiker, denn das abwechselnd von den Jugend-Dirigenten Nicole Bauer und Stefan Zink geleitete Gemeinschafts-Orchester imponierte nicht nur durch den vollen Klangkörper, sondern auch mit ihren gekonnt vorgetragenen, rhythmisch anspruchsvollen Kompositionen "The great Locomotive Chase" und "Highlights from rother Bear"; die mehrfach abgehaltenen Gemeinschaftsproben legten hierbei sicherlich den Grundstein für die tadellose Leistung. Der Jugend-Dirigentin des Gastgebers, Nicole Bauer, blieb es somit vorbehalten, mit einer Zugabe den gelungenen Auftritt abzurunden.

Der "Pflicht" am Nachmittag folgte nun die "Kür" am Abend, wobei gleich zu Beginn ihrer Konzertvorträge vom Blasorchester des Gastgebers die beiden Musikstücke "The new Village" von Kees Vlak und "When the River flows" von James Swearingen zu hören waren, mit denen die Musiker noch am Nachmittag beim Wertungskonzert beeindruckten. Besonders die Trilogie des zweiten Konzertstückes beinhaltet einen sehr interessanten geschichtlichen Hintergrund mit dem Leben der Shawnee-Indianer im Amerika des 17. Jahrhunderts, wie von Roland Weil, der durch das musikalische Programm im 1. Konzertteil führte, zu erfahren war.

Mit "Fate of the Gods", dem Schicksal der Götter von Steven Reineke, folgte eine moderne Interpretation konzertanter Blasmusik, die zu den Ehrungen des Abends überleitete. Für 20-jähriges aktives Musizieren im Holzmadener Blasorchester erhielten Claudia Frank, Jochen Birk und Michael Luik aus den Händen von Volker Schweizer, Mitglied im Präsidium des Kreisverbandes der Blasmusik Esslingen, die silberne Ehrennadel angeheftet. Auf eine doppelt so lange aktive Zeit blickt der langjährige Vereinskassier Klaus Frank zurück, dafür erhielt er eine Ehrenurkunde mit Ehrenzeichen in Gold ausgehändigt.

Die beiden Tenorhornisten Karlheinz Bezler und Bernd Epple gehören bereits seit 25 Jahren zur aktiven Riege im Verein und wurden dafür vom Vereinsvorsitzenden Dieter Oberle zu Ehrenmitgliedern ernannt. Der Marsch "Unter dem Doppeladler" rundete das Ehrungs-Zeremoniell ab.

Ein Musical mit viel Biss und schwarzem Humor ist zweifellos "Tanz der Vampire", das noch im vergangenen Jahr erfolgreich in Stuttgart zur Aufführung kam. Das Arrangement von Wolfgang Wössner ermöglicht es dem Zuhörer, einen Einblick in die verschiedenen Stimmungen des Musicals zu bekommen und sich in die Welt der Vampire hineinzuversetzen. Mit einer weiteren Musical-Melodienfolge als Zugabe "König der Löwen" beschlossen die Holzmadener Musiker ihren anstrengenden musikalischen Einsatz an diesem Tag.

Im zweiten Konzertteil des Abends verstanden es die Musiker des Blasorchesters Ohmden unter der Leitung ihrer charmanten Dirigentin Tanja Bergann vorzüglich, mit modernen und teilweise auch populären Melodien und Rhythmen sehr schnell das Publikum auf seine Seite zu bringen. Dabei spannte sich der musikalische Bogen von "Mission impossible" über "Stephen Foster in Concert", "Creole Jazz", der "Lone Star Overture" und "The Lion sleeps tonight" bis zu "Glasnost", einer bunten Melodienfolge russischer Volksweisen.

Mit launigen Beschreibungen vermittelte dabei Matthias Lutz dem Publikum interessante Hintergründe zu den einzelnen Musikstücken. So beendeten erst zwei Zugaben das abendliche Konzertprogramm und leiteten schließlich über zum Ständerling mit vielen anregenden Gesprächen.

rw