Lokales

Einen Tag lang jobben für einen guten Zweck

Für sie war "Mitmachen Ehrensache": Tausende von Schülern aus ganz Baden-Württemberg stürzten sich gestern einen Tag lang ins Berufsleben, um Geld für soziale Projekte zu erarbeiten. An dem Aktionstag beteiligten sich auch über 80 Schüler aus Lenningen, Weilheim, Bissingen und Kirchheim sowie zahlreiche Firmen.

BIANCA LÜTZ

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KREIS ESSLINGEN Für Benny und Gero ging es gestern um die Wurst: Die beiden Schüler der Grund- und Hauptschule Lenningen arbeiteten den Vormittag über bei der Metzgerei Konrad in Gutenberg und halfen dabei, Fleisch aufzuhängen, Würste abzuschrecken und Speck abzuschwenken. "Das macht richtig Spaß", versicherten die beiden mit leuchtenden Augen. Hinter dem Arbeitseinsatz in der Metzgerei verbirgt sich jedoch viel mehr als nur Spaß: Wie über 80 andere Schüler aus Lenningen und Weilheim, aber auch Bissingen und Kirchheim, beteiligten sich Benny und Gero an der landesweiten Aktion "Mitmachen Ehrensache". Statt die Schulbank zu drücken, machten sich Mädchen und Jungen am Internationalen Tag des Ehrenamts in Betrieben und auf Behörden nützlich. Der Lohn für ihre Arbeit fließt in den Topf von "Mitmachen Ehrensache" für einen guten Zweck.

Im Landkreis Esslingen wird die Aktion vom Kreisjugendring (KJR) koordiniert, Landrat Heinz Einiger ist Schirmherr. "Kreisweit haben sich gestern zwischen 300 und 400 Schüler an der Aktion beteiligt", informierte Steffi Ehrhardt, die das Aktionsbüro des KJR Esslingen leitet. Ganz so viele Jugendliche wie 2004 als sich der KJR erstmals an dem landesweiten Projekt beteiligte haben sich ihr zufolge in diesem Jahr nicht angemeldet. Dafür ist "Mitmachen Ehrensache" aber ein gutes Stück in die Breite gewachsen: "Es haben sehr viel mehr Schulen und Arbeitgeber mitgemacht", berichtet Steffi Erhardt. Ihr Fazit: "Die Aktion wächst." Sicher war dem KJR auch die Unterstützung von Förderern und Spendern wie der IHK Region Stuttgart, der Handwerkskammer und der Kreissparkasse.

Den Lohn für die freiwillige Arbeit der Schüler müssen die Arbeitgeber bis Ende Dezember auf das Konto von "Mitmachen Ehrensache" überweisen. Mit dem Erlös sollen soziale Projekte, insbesondere im Bereich der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, gefördert werden. Wer wie viel Geld erhält, steht bislang noch nicht fest. Vereine und Organisationen, Initiativen und Schulen können sich bis Ende Januar beim KJR um die Fördermittel bewerben. Die Auswahl nehmen ebenfalls Schüler vor.

Mit ihrer freiwilligen Arbeit engagierten sich die Jugendlichen jedoch nicht nur für einen guten Zweck, sie profitierten auch selbst davon. Benny und Gero etwa hatten Gelegenheit, in das Fleischerhandwerk hineinzuschnuppern: Sie waren dabei, als die Tiere angeliefert und geschlachtet wurden, halfen beim Zwiebel schneiden und bei der Wurstproduktion. Und am Ende ihres Arbeitseinsatzes, der somit auch als Berufsorientierung diente, stand für beide fest: "Das wäre ein Job für mich."