Lokales

"Eines der besten Ergebnisse in 35 Jahren"

Von einem "ganz besonders guten Jahr" konnte Owens Bürgermeister Siegfried Roser berichten, als er im Gemeinderat die Jahresrechnung 2006 vorstellte. Die Zuführungsrate in Höhe von knapp 2,2 Millionen Euro bezeichnete er als "eines der besten Ergebnisse in meiner 35-jährigen Amtszeit".

ANDREAS VOLZOWEN Den hohen Überschuss im Verwaltungshaushalt 2006 führte Siegfried Roser auf eine "unvorhergesehene, einmalige Gewerbesteuereinnahme" zurück. Gegenüber dem Vorjahr hat sich das Gewerbesteueraufkommen der Teckstadt dadurch mehr als verdreifacht von 900 000 Euro auf 2,9 Millionen Euro. Für das laufende Haushaltsjahr 2007 hat die Stadtverwaltung "nur" noch 1,5 Millionen Euro an Gewerbesteuereinnahmen eingeplant. "Wir stehen derzeit bei 1,6 Millionen", signalisierte Roser im Ratsrund, dass die Prognose leicht übertroffen werden dürfte.

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Ähnlich schwankend wie die Höhe der Gewerbesteuer hat sich die Zuführungsrate in den vergangenen Jahren präsentiert. Plus und minus bewegten sich im Rahmen von jeweils knapp einer Million Euro. Der letzte Überschuss im Verwaltungshaushalt war 2003 zu verzeichnen. Deshalb freute sich Bürgermeister Roser auch über ein "fantastisches Ergebnis", angesichts der Tatsache, dass sich die hohe Zuführungsrate für 2006 die mit 1,74 Millionen Euro prognostiziert worden war sogar noch um 450 000 Euro erhöht hat.

Roser verwies allerdings auch auf die ungünstigen Auswirkungen eines guten Rechnungsjahres: "Das Ergebnis wird uns 2008 wieder einholen. Wir haben 2006 Zuweisungen in Höhe von 700 000 Euro erhalten. Das wird deutlich sinken. Dafür gehen die Umlagen, die wir zu zahlen haben, in den nächsten Jahren gewaltig nach oben."

Mit den Mehreinnahmen hat die Stadt Owen 1,2 Millionen Euro an Bauausgaben finanziert, Schulden getilgt und die Rücklage erhöht. Die Rücklage wies zum Jahresende 2006 den stolzen Bestand von 3,2 Millionen Euro auf. Wie immer an dieser Stelle, betonte Siegfried Roser aber, dass eine hohe Rücklage so lange notwendig sei, bis das Finanzgericht über die Klage einer örtlichen Firma wegen einer Gewerbesteuerveranlagung entschieden habe.

Der Schuldenstand der Stadt Owen ist um 40 000 Euro gesunken und betrug zum 31. Dezember 2006 im Kämmereihaushalt knapp 620 000 Euro oder 177,24 Euro je Einwohner. Zuzüglich der Schulden der Eigenbetriebe Abwasserbeseitigung und Wasserversorgung liegt die Pro-Kopf-Verschuldung Owens aber bei 644,51 Euro, und damit um 71,51 Euro höher als der Landesdurchschnitt zum Ende des Jahres 2005.

Zum Jahresabschluss der beiden Eigenbetriebe führte Bürgermeister Siegfried Roser noch aus, dass es gelungen sei, den Wasserverlust zu senken. Was für das Jahr 2008 ebenfalls gesenkt werden könnte, das ist zum einen der Wasserzins und zum anderen die Abwassergebühr. Über beides muss der Gemeinderat aber erst noch entscheiden, im Rahmen der Haushaltsverabschiedung.