Lokales

Einfach Hände weg vom Steuer

Die heiße Phase der Faschingszeit rückt näher. Autofahrer müssen in diesen "närrischen Tagen" verstärkt mit Alkohol- und Drogenkontrollen der Polizei rechnen.

KREIS ESSLINGEN Jahr für Jahr stellen die Verkehrsstatistiker der Esslinger Polizei fest, dass sich während der "Fünften Jahreszeit" oft Verkehrsunfälle ereignen, bei denen Alkohol- oder Drogenbeeinflussung am Steuer mit von der Partie sind. So ereigneten sich im Jahr 2005 zur Faschingszeit 23 Verkehrsunfälle, bei denen alkoholische Beeinflussung im Spiel war. Elf Personen erlitten hierbei leichte oder gar schwere Verletzungen und ein Autofahrer kam in dieser Zeit infolge eines alkoholbedingten Unfalls sogar ums Leben. Bei diesen Kontrollen wurden außerdem 31 Fahrzeugführer festgestellt, die unter Einfluss von Drogen unterwegs waren.

Anzeige

Obwohl die meisten Kraftfahrer über die Wirkungen von Alkohol und Drogen Bescheid wissen, werden diese hinter dem Steuer oft schlichtweg ignoriert. Man neigt zur Selbstüberschätzung, wird leichtsinnig, verliert die Konzentration und verkennt die Gefahren im Straßenverkehr.

Im Falle des Alkoholkonsums wird bereits ab 0,2 Promille die Einschätzung von Entfernungen beeinträchtigt. Außerdem lassen Aufmerksamkeit, Konzentration, Kritik- und Urteilsfähigkeit nach und die Risikobereitschaft steigt. Alkoholische Beeinflussung vermindert beim Führen von Kraftfahrzeugen ab 0,5 Promille die Sehleistung, Geschwindigkeiten werden falsch eingeschätzt, man neigt zur Selbstüberschätzung und wird so zum Sicherheitsrisiko auf der Straße. Ab 0,8 Promille wird die Sehfähigkeit stark reduziert, und es kommt zum so genannten "Tunnelblick". Wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass die meisten Fahrzeugführer mit dieser Alkoholkonzentration nicht mehr fahrtauglich sind. Bei einem Alkoholgehalt von über 1,1 Promille treten massive Ausfallerscheinungen auf. Wahrnehmung, Aufmerksamkeit und Reaktionszeit verringern sich dabei etwa um die Hälfte.

Bedenken sollte man, dass weder Schlaf noch Kaffee den Abbau des Alkohols beschleunigen. Der menschliche Körper baut durchschnittlich 0,1 Promille pro Stunde ab. So kommt es dazu, dass mancher nach einer durchzechten Nacht noch angetrunken zur Arbeit fährt. Doch vor allem sollte man neben der Gefährdung für andere Menschenleben auch an die Konsequenzen denken, die auf den betroffenen Fahrzeugführer zukommen können. Dies sind hohe Geldstrafen, Punkte in Flensburg und der Entzug der Fahrerlaubnis. Rechnet man die Kosten für eventuelle zivilrechtliche Ansprüche Dritter oder sogar für den Verlust des Arbeitsplatzes hinzu, so kann der Faschingsbesuch zu einem teuren Spaß werden. Man sollte daran denken: "Alkohol und Drogen am Steuer sind unverantwortlich, nicht nur zur Faschingszeit." Nach Alkoholgenuss und Drogenkonsum Hände weg vom Steuer.

lp