Lokales

Einfach nicht ans Steuer

Die heiße Phase der Faschingszeit steht kurz bevor. Autofahrer müssen in diesen "närrischen Tagen" wieder mit verstärkten Alkohol- und Drogenkontrollen der Polizei rechnen. Seit Jahren ist nämlich zu beobachten, dass sich vermehrt in dieser Zeit Verkehrsunfälle ereignen, bei denen Alkohol- oder Drogenbeeinflussung am Steuer die Ursache waren.

KREIS ESSLINGEN So ereigneten sich im Jahr 2007 in der Faschingszeit 20 Verkehrsunfälle, bei denen alkoholische Beeinflussung im Spiel war. Bei einem weiteren Unfall stand der Fahrer unter Drogeneinfluss. Insgesamt erlitten dabei fünf Personen leichte oder gar schwere Verletzungen. Zudem wurden bei Kontrollen 95 Fahrzeugführer festgestellt, die unter Einfluss von Drogen unterwegs waren.

Anzeige

Obwohl die meisten Kraftfahrer über die Wirkungen von Alkohol und Drogen Bescheid wissen, werden diese hinter dem Steuer oft schlichtweg ignoriert. Sie neigen zur Selbstüberschätzung, werden leichtsinnig, verlieren die Konzentration und verkennen die Gefahren im Straßenverkehr.

Im Falle des Alkoholkonsums wird bereits ab 0,2 Promille die Einschätzung von Entfernungen beeinträchtigt. Außerdem lassen Aufmerksamkeit, Konzentration, Kritik- und Urteilsfähigkeit nach und die Risikobereitschaft steigt. Alkoholische Beeinflussung vermindert beim Führen von Kraftfahrzeugen ab 0,5 Promille die Sehleistung, Geschwindigkeiten werden falsch eingeschätzt, man neigt zur Selbstüberschätzung und wird so zum Sicherheitsrisiko auf der Straße.

Ab 0,8 Promille wird die Sehfähigkeit stark reduziert und es kommt zum sogenannten "Tunnelblick". Wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass die meisten Fahrzeugführer mit dieser Alkoholkonzentration nicht mehr fahrtauglich sind.

Bei einem Alkoholgehalt von über 1,1 Promille treten massive Ausfallerscheinungen auf. Wahrnehmung, Aufmerksamkeit und Reaktionszeit verringern sich dabei etwa um die Hälfte.

Bedenken sollte man, dass weder Schlaf noch Kaffee den Abbau des Alkohols beschleunigen. Der menschliche Körper baut durchschnittlich 0,1 Promille pro Stunde ab. So kommt es dazu, dass mancher nach einer durchzechten Nacht noch angetrunken Auto fährt.

Doch vor allem sollte man neben der Gefährdung für andere Menschenleben auch an die Konsequenzen denken, die auf den betroffenen Fahrzeugführer zukommen können. Dies sind hohe Geldstrafen, Punkte in Flensburg und der Entzug der Fahrerlaubnis. Rechnet man die Kosten für eventuelle zivilrechtliche Ansprüche Dritter oder sogar für den Verlust des Arbeitsplatzes hinzu, so kann der Faschingsbesuch zu einem teuren Spaß werden. Der Autofahrer sollte daran denken: Alkohol und Drogen am Steuer sind unverantwortlich, nicht nur in der Faschingszeit. Aus diesem Grund nach Alkoholgenuss und Drogenkonsum Hände weg vom Steuer.

lp