Lokales

Einfühlendes Verstehen

Vertrauenspersonen besuchen die W.E.K.

35 Vertrauenspersonen aus Betrieben und Verwaltungen des Landkreises Esslingen besuchten die W.E.K. Esslingen und wurden von Dietmar Smetana herzlich begrüßt.

Esslingen. Über die Hilfen des Integ­rationsamtes bei der Gefährdung des Arbeitsverhältnisses eines schwerbehinderten Menschen berichtete Jürgen Baumann. Durch die rückläufige Einnahme aus der Ausgleichsabgabe sind Anpassungen in der Begleitenden Hilfe erforderlich. „Schritt auf dem Weg zu mehr Selbstständigkeit“ war das Thema von Michael Köber von der Behinderten- und Psychiatrieplanung des Landratsamtes. Seit 2008 gibt es einen Rechtsanspruch auf Leistungen zum persönlichen Budget. – Ein wichtiger Meilenstein zur Selbstständigkeit und verantwortlichen Gestaltung des Lebens.

Die Werkstatt wurde kurz von Andrea Scharein vorgestellt. Dann begann der eigentliche Teil der Veranstaltung, die Besichtigung. Die Teilnehmer des Arbeitskreises waren sehr beeindruckt von der Arbeit, die hier mit Menschen mit geistiger und körperlicher Behinderung geleistet wird. Die Vielfalt der Arbeit, zugeschnitten auf die Leistungsfähigkeit des Einzelnen, überraschte viele Teilnehmer. Verantwortlich und mit viel Präzision und Ausdauer wird die Arbeit verrichtet.

Menschen auch mit Behinderung etwas zutrauen, sie fördern, motivieren, das Selbstwertgefühl steigern und ihnen in die Normalität verhelfen, das wird hier gefördert. Aber auch die Firmen, die der Werkstatt die nötige Arbeit zur Durchführung der Aufgabe geben, haben viel Vertrauen. Die gefertigten Produkte brauchen einen Vergleich mit anderen Produktionsstätten nicht zu scheuen.

Viel Anerkennung, aber auch persönliche Betroffenheit und Nachdenken über das eigene Verhalten mit Menschen mit Behinderungen lieferte das Referat von Sandra Vrijaldenhoven, Psychologin in der W.E.K. Thema des Vortrags war „Geistige Behinderung und psychologische Beratung in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderungen“.

Das Referat gliederte sich in drei Abschnitte. Risikofaktoren für die Entstehung psychischer Störungen sind etwa die Einschränkung der geistigen Verarbeitung. Behinderte erleben teilweise die Welt als unberechenbar und unüberschaubar. Dies bedroht das Selbstwertgefühl. Es kommt zu einer Ich-Schwäche. Man möchte mithalten, passt sich immer mehr an und die eigenen Wünsche und Interessen werden nach hinten gerückt. Positive Umwelteinflüsse helfen hier gegenzusteuern. Hilfreich sind stabile Beziehungsangebote und Freizeitangebote nach den Wünschen des Behinderten.

Wichtige Grundsätze wurden vorgestellt: Einfühlendes Verstehen und Akzeptieren ohne Bedingungen. pm

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