Lokales

Eingeschlossene Personen bei Fabrikbrand

Gut gelöst hat die Freiwillige Feuerwehr Ohmden ihre Aufgabe bei der Hauptübung am vergangenen Samstag in der Fabrikstraße. Übungsannahme war ein Brand nach einem technischen Defekt an einer Maschine. Das Feuer breitete sich schnell auf ein Schnittholzlager in der Schieferaufbereitungshalle aus, ferner galten drei Arbeiter als vermisst.

KARL STOLZ

Anzeige

OHMDEN Nach der Alarmierung des Firmeninhabers über die Leitstelle Esslingen traf die Freiwillige Feuerwehr Ohmden in kürzester Zeit mit dem Löschfahrzeug 10/6 am Brandplatz ein, gefolgt vom Tanklöschfahrzeug 8/18 und wenig später mit dem Tragkraftspritzenfahrzeug. Die Einsatzleitung hatte Hans-Jürgen Seyfang übernommen. Von ihm ging der Befehl an zwei Trupps des LF 10/6, unverzüglich in die große Fabrikhalle vorzudringen, um die vermissten Arbeiter aufzufinden. Hierbei stellte sich heraus, dass ein Zugang nur über das Tor an der Frontseite möglich war.

Unter größter Vorsicht erfolgte die Öffnung des Tores. Dichter Qualm, erzeugt von einem Raucherzeuger, drang ihnen entgegen. Die Sichtweite war fast Null. Die TLF-8/18-Besatzung bekam die Aufgabe übertragen, an der Westseite des Brandobjekts eine Riegelstellung zu errichten, um ein Übergreifen des Feuers auf die angrenzenden Garagen zu verhindern. Die dafür notwendige Wasserversorgung erfolgte über eine B-Leitung vom öffentlichen Wassernetz.

Fachkundig informiert über den gesamten Übungsablauf wurden die Zuschauer, unter ihnen Bürgermeister Manfred Merkle, mehrere Gemeinderäte sowie die Feuerwehrkommandanten des Verwaltungsraumes Weilheim, durch Markus Lenz. Die Eingeschlossenen und durch das Feuer verletzten Arbeiter konnten rasch aufgefunden und aus dem Gefahrenbereich gebracht werden. Die fachgerechte Versorgung der Verletzten übernahm das Deutsche Rote Kreuz, Bereitschaft Weilheim, welches ebenfalls mitalarmiert wurde.

Bei der Verletztenrettung wurden zudem mehrere Gasflaschen, die dem Antrieb eines Staplers dienten, entdeckt. Diese stellten ein großes Gefahrenpotenzial für die Einsatzkräfte dar. Schnellstens wurden die Gasflaschen aus der Fabrikhalle gebracht und mittels eines C-Rohres fachgerecht gekühlt. Parallel dazu verlief der Aufbau einer umfangreichen Wasserversorgung von mehreren Hydranten. Zudem war ständig ein Sicherungstrupp für die sich im Gebäudeinneren befindlichen Einsatzkräfte einsatzbereit. Anschließend galt die ganze Konzentration der Brandbekämpfung. Diese zeigte alsbald die erhoffte Wirkung, so dass nach kurzer Zeit die Meldung "Feuer aus" erfolgen konnte.

Bei der sich der Übung anschliessenden Besprechung im Feuerwehrgerätehaus hieß Kommandant Reiner Preyß neben den Gästen die Einsatzkräfte von Feuerwehr und DRK herzlich willkommen und erläuterte nochmals den Übungablauf. Bei der Manöverkritik, die Kommandant Norbert Wahl aus Weilheim hielt, erfuhren die Einsatzkräfte Lob und Anerkennung. Man habe sich für die Übung ein anspruchsvolles Objekt ausgesucht. Besonders erwähnte Weilheims Feuerwehrchef die Tatsache, dass man sich mit dem neuen LF 10/6 bereits während der Anfahrt mit Atemschutzgeräten ausrüsten könne, eine Zeitersparnis, die im Ernstfall sehr wichtig sei. Lobend erwähnt wurde das Vorgehen des Angriffstrupps bei der Türöffnung, ebenso sei die Herstellung der Wasserversorgung gut gelöst worden. Norbert Wahl ging auch auf die neue Dienstvorschrift 3 ein und gab im Rückblick auf die Übung ein paar Tipps für eine bessere Detaillösung. "Ohmden besitzt eine schlagkräftige Wehr, auf die Verlass ist", ließ er abschließend verlauten.

Ebenso zufrieden äußerte sich Bürgermeister Manfred Merkle. Besonders erwähnte er, dass erstmals drei Frauen an einer Hauptübung der Ohmdener Wehr teilgenommen haben. Manfred Merkle bedankte sich bei den Einsatzkäften nicht nur für die gezeigte Leistung bei der Hauptübung, sondern auch für den ehrenamtlichen Dienst für die Sicherheit der Bürger im ganzen Jahr.

Im Anschluss wurde Hans-Jürgen Seyfang, der 17 Jahre lang als Jugendwart tätig war und dieses Amt in jüngere Hände übergab, sowohl von der aktiven Wehr als auch von Seitens der Gemeinde mit Worten des Dankes als auch mit einem Präsent bedacht.