Lokales

Einheit im Gräberfeld

Der Tod macht alle gleich: Diesen alten Gedanken will die Stadt Owen in einer modernen Version aufgreifen. Der Gemeinderat hat jetzt nicht nur die einheitliche Gestaltung der Urnenwand abgesegnet, sondern auch die des neuen Urnengrabfelds auf dem alten Friedhof.

ANDREAS VOLZ

Anzeige

OWEN Einen Versuch möchten die Owener mit dem Urnengrabfeld an der Marienkirche starten, das den Charakter eines Soldatenfriedhofs erhalten soll: Dieselben Grabplatten mit einheitlicher Schriftart und Gestaltung decken die Urnengräber ab. Dasselbe Gras soll rund um die Steine wachsen, lediglich unterbrochen durch die Grabeinfassungen. Wer eine aufwändige Grabpflege nicht möchte oder einfach nicht übernehmen kann aus welchen Gründen auch immer , kommt dadurch zu einem schlichten, aber ordentlich gepflegten Grab für seine Angehörigen.

Weil in Owen grundsätzlich noch die Wahlmöglichkeit besteht, auf dem neuen Friedhof auch Urnengräber mit größerer individueller Gestaltungsfreiheit zu belegen, hat sich der Gemeinderat bei der Ausführung des Urnengrabfelds auf dem alten Friedhof für den "Einheitsentwurf" des Nürtinger Landschaftsarchitekten Manfred Tünnemann entschieden. Bürgermeister Siegfried Roser sprach ausdrücklich von einem Versuch, der zunächst am hinteren kleinen Feld gestartet werde: "Ich behaupte, das wird von vielen angenommen. Und wenn nicht, dann lassen wir es wieder."

Für das einheitliche Schriftbild bei der Urnenwand und dem "Versuchsgrabfeld" votierten die Owener Gemeinderäte in getrennten Abstimmungen, die nahezu einstimmig ausfielen. Strittiger war dagegen die Frage, wie weit die Vorschriften beim "Text" der Grabplatten gehen sollen. Der Entwurf sieht dafür außer dem Namen der Verstorbenen nur die Jahreszahlen von Geburt und Tod vor, aber keine Angaben über Monat und Tag. Letztlich stimmten die Ratsmitglieder auch an diesem Punkt für die klare, einheitliche und nüchterne Formensprache des Entwurfs, wie es dem gleichmachenden Wesenszug des Todes entspricht.