Lokales

Einsatz für Kinder

Der Ehrenamtspreis „Starke Helfer“ würdigt das Engagement für Kinder und Jugendliche

Noch bis Freitag, 22. Mai, können sich Bürger, die sich freiwillig für Kinder und Jugendliche engagieren, für den Ehrenamtspreis bewerben. Warum das Motto in diesem Jahr „Kinder fordern – Kinder fördern“ heißt, darüber hat sich der Teckbote mit dem Schirmherr des Wettbewerbs, Landrat Heinz Eininger, und dem KSK-Vorstandsvorsitzenden Franz Scholz unterhalten.

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Herr Eininger, tun wir nicht schon genug für Kinder?

Eininger: In den Familien, in Kindergärten und Schulen und auch im Ehrenamt wird sehr viel für Kinder und Jugendliche getan. Trotzdem gibt es nach wie vor einen großen Handlungsbedarf, um die Familien zu stärken und zu entlasten. So müssen wir das Ganztagsangebot an unseren Schulen weiter ausbauen. Wir benötigen noch mehr integrierte Bildungsangebote, die auch außerschulische Angebote und die Förderung von Kindern im Vorschulalter berücksichtigen. Weiter ist es wichtig, das Kindertagesbetreuungsangebot, insbesondere auch für Kinder unter drei Jahren, zu verbessern. Kinder, die sozial benachteiligt sind, müssen wir gemeinsam mit ihren Eltern so früh wie möglich unterstützen, damit sie einen guten Start im Leben haben. Unsere „Frühen Hilfen“ sind ein erster Schritt in diese Richtung. „Genug ist nicht genug“ heißt ein Lied von Konstantin Wecker. Dies gilt auch, wenn es um gesellschaftliche Verbesserungen für unseren Nachwuchs und unsere Familien geht.

Herr Scholz, warum hat die Stiftung der Kreissparkasse das Thema gewählt?

Scholz: Kinder sind unsere Zukunft. Darauf wollen wir den Blick mit dem diesjährigen Motto lenken. Wir wollen denjenigen Anerkennung schenken, die sich ehrenamtlich – oft im Stillen, aber immer mit großem Einsatz, engagieren. Gerade im Zusammenhang mit Kindern, der Förderung von Kindern und Jugendlichen, der Integration, der Erziehung und Bildung oder auch dem Einsatz für eine kinderfreundliche Umgebung werden wichtige Grundlagen für unsere Gesellschaft, unsere Zukunft gelegt. Mit dem Ehrenamtspreis werden beispielhafte Projekte ausgezeichnet, aber auch Ideen und Anstöße gegeben. Das diesjährige Thema „Kinder fordern – Kinder fördern“ ist wichtig und hochaktuell. Wir können alle, die sich für Kinder und Jugendliche ehrenamtlich einsetzen, nur aufrufen mitzumachen – es lohnt sich!

Herr Eininger, welchen Beitrag leistet der Landkreis für eine kinderfreundliche Gesellschaft?

Eininger: Zunächst muss man wissen, dass der Landkreis als Jugendhilfeträger die Gesamtplanungsverantwortung auch für eine kinderfreundliche Gesellschaft hat. Dieses Ziel können wir jedoch nur im Verbund mit Kirchen und Gemeinden, mit unseren Freien Trägern und mit all denen erreichen, die sich schon heute der Kinder angenommen haben. Im Landkreis Esslingen haben wir bereits ein vorbildliches, ausdifferenziertes Beratungs- und Hilfsnetz für Kinder und Familien. Allein der Landkreis hat hierfür in 2008 im Bereich der erzieherischen Hilfen circa 26,5 Millionen Euro und für die Kindertagesbetreuung und Tageselternvereine 2,5 Millionen Euro aufgewendet. Hinzu kommen für die psychologischen Erziehungsberatungsstellen und die Suchtberatungsstellen circa 3 Millionen Euro sowie für die offene Jugendarbeit 2,2 Millionen Euro. Zahlen, die sich auch im Vergleich mit anderen Landkreisen sehen lassen können. Trotzdem können wir die gesellschaftlichen Herausforderungen, die durch Veränderungen in den Familienstrukturen durch die Arbeitsplatzsituation und auch durch unsere schnelle Medienwelt entstehen, nicht allein schultern. Hierzu benötigen wir eine neue Kultur des Miteinanders, ein stärkeres bürgerschaftliches Engagement. Die Stiftung der Kreissparkasse leistet dazu mit dem Ehrenamtspreis einen wertvollen Beitrag.

Herr Scholz, welchen Stellenwert haben Kinder bei der Kreissparkasse?

Scholz: Kinder und Jugendliche zu fördern, ist ein wichtiger Teil unseres Bildungsauftrags. Es geht uns darum, sie fit zu machen, ihnen beispielsweise Kompetenzen im Bereich finanzielle Bildung zu vermitteln. Wir sind der Meinung, dass Bildung der Schlüssel für ein gelingendes Leben ist. Deshalb haben wir vor zwei Jahren auch die Bildungsstiftung gegründet. Sie soll dazu beitragen, unabhängige Rahmenbedingungen zu schaffen und Antworten auf die Herausforderungen der Zukunft zu geben. Uns ist es auch wichtig, die betrieblichen Bedürfnisse mit den familiären Gegebenheiten unserer Mitarbeiter in Einklang zu bringen. Um Eltern den Wiedereinstieg ins Berufsleben zu erleichtern, haben wir das Betreuungsangebot für Kinder weiter ausgebaut. Im Rahmen einer Kooperation mit Tageselternvereinen entscheiden sich die Eltern für eine Betreuungsform und suchen sich die zu betreuende Einrichtung aus. Wir stellen den Kontakt her und leisten finanzielle Hilfe. Wir sehen uns aber auch in puncto gesellschaftlichem Engagement in der Pflicht. Deshalb unterstützen wir aus den Mitteln der Stiftung der Kreissparkasse soziale, kulturelle, sportliche und wissenschaftliche Vorhaben. Im vergangenen Jahr flossen rund 2 Millionen Euro für mehr als 500 Projekte verschiedener Einrichtungen und Vereine. Als öffentlich-rechtliches Kreditinstitut haben wir eine Vorbildfunktion, die wir ernst nehmen.

Herr Eininger, Sie sind Vorsitzender der Stiftung der Kreissparkasse. Wie arbeitet die Stiftung?

Eininger: Sie können sich sicherlich vorstellen, dass bei der Fülle von Anfragen leider nicht alle berücksichtigt werden können. Wir unterstützen Initiativen aus verschiedenen Bereichen für eine bestimmte Dauer, denn die Projekte sollen sich anschließend selber tragen und weiterentwickeln. Mit den Stiftungsgeldern soll lediglich der Start erleichtert werden. Wichtig bei der Auswahl der Projekte ist uns eine regionale Ausgewogenheit.

Herr Scholz, die Stiftung fördert viele Projekte. Welche Bedeutung hat der Ehrenamtspreis „Starke Helfer“?

Scholz: Gesellschaftliches Engagement ist der soziale Kitt unserer Gesellschaft. Ohne den freiwilligen Einsatz Ehrenamtlicher würde einiges fehlen, und in vielen Bereichen wäre unser Zusammenleben ärmer. Für die meisten Ehrenamtlichen ist ihre Tätigkeit selbstverständlich geworden. Wir finden allerdings, dass der Einsatz für andere keineswegs selbstverständlich ist und wollen dieses Engagement öffentlich würdigen. Deshalb hat die Stiftung der Kreissparkasse gemeinsam mit dem Teckboten vor sechs Jahren den Ehrenamtspreis ins Leben gerufen sowie Kooperationen mit weiteren regionalen Tageszeitungen gestartet. Insgesamt wurden bisher rund 250 Projekte und Initiativen ausgezeichnet. Für uns hat der Ehrenamtspreis einen ganz besonderen Stellenwert, denn er ist Teil einer öffentlichen Anerkennungskultur des Ehrenamts. Und er zeigt, wie Teilhabe im Einzelnen aussehen kann.

Unter dem Motto „Kinder fordern – Kinder fördern“ werden Ehrenamtliche gesucht, junge wie ältere, die sich auf herausragende Weise für Kinder und Jugendliche engagieren – egal ob sie dies in Vereinen, Elterninitiativen, privaten oder nachbarschaftlichen Projekten tun. Ausgeschrieben wird der mit 5 000 Euro dotierte Wettbewerb auch in diesem Jahr wieder vom Teckboten in Kooperation mit der Stiftung der Kreissparkasse. Einsendeschluss ist der 22. Mai. Mehr Informationen und Bewerbungsformulare gibt es online unter www.teckbote.de und www.ksk-es.de.