Lokales

Einsatz mit anderen für andere

KIRCHHEIM Im Alter von 80 Jahren ist im Katharinenhospital in Stuttgart die ehemalige Heimleiterin des Kirchheimer Fickerstifts, Schwester Martha Herzog, gestorben. Im Pfarrhaus Hepsisau aufgewachsen, besuchte sie das Gymnasium in Kirchheim. Im Kriegsjahr 1943 trat sie zur Ausbildung der Krankenpflege der Evangelischen Diakonieschwesternschaft Herrenberg bei und war später auch zwei Jahre Gemeindeschwester in Kirchheim.

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Ihre wichtigste berufliche Zeit erlebte sie als Stationsschwester der onkologischen Abteilung des Stuttgarter Robert-Bosch-Krankenhauses in der Pflege und Begleitung schwerkranker Patienten und in der persönlichen Anleitung ungezählter Schülerinnen und Schüler, die ihr bis heute entscheidende Impulse für ihren beruflichen Weg verdanken.

Im Jahr 1979 übernahm sie als Nachfolgerin der plötzlich erkrankten Schwester Maria Kaiser die Leitung des Fickerstifts in Kirchheim. Dessen familiäre Atmosphäre schätzte sie sehr, aber sie verlangte ihr auch viel persönlichen Einsatz ab, bei Tag und in der Nacht. Trotzdem hat Schwester Martha Herzog schon während ihrer Zeit im Krankenhaus und Altenheim ehrenamtliche Dienste übernommen, so im Schwesternrat des Herrenberger Mutterhauses und bei der Stuttgarter Telefonseelsorge. Später brachte sie ihre vielseitigen Erfahrungen in die Arbeit des Kirchheimer Bürgerbüros ein, insbesondere in die Beratungsgespräche bei der Aufstellung von Patientenverfügungen.

Viele Jahre war sie eine hoch geschätzte Mitarbeiterin in der Kirchheimer Arbeitsgemeinschaft Hospiz, wo sie viele Menschen in der letzten Phase ihres Lebens begleitete. Nur schweren Herzens musste sie im letzten Jahr diese Tätigkeit infolge eigener Krankheit aufgeben.

Als Schwester Martha Herzog im vergangen Jahr beim Sommerfest des Bürgerbüros die Ehrennadel des Landes Baden-Württemberg durch Oberbürgermeisterin Angelika Matt-Heidecker verliehen wurde, betonte sie in ihren Dankesworten, sie könne diese Ehrung nur stellvertretend für alle nicht namentlich geehrten Ehrenamtlichen annehmen, mit denen sie die vielen Jahre zusammen gearbeitet habe.

Sich für andere und mit anderen einzusetzen, gehöre für sie zur Diakonie hinzu.

gz