Lokales

Einsatzkräfte schlugen giftige Dämpfe nieder

Ein Verkehrsunfall mit mehreren Verletzten, der sich in der Ötlinger Fabrikstraße ereignet hatte, war die Übungsannahme für die Freiwillige Feuerwehr der Abteilung Ötlingen am Samstag. Vor einer großen Zahl von Zuschauern zeigten die Ötlinger Wehr und das Deutsche Rote Kreuz eindrucksvoll ihr Können.

WALTER WANNER

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KIRCHHEIM Ein Radfahrer war vom Radweg kommend, ohne die Vorfahrt zu beachten, in die Fabrikstraße eingefahren. Ein Kleintransporter musste deshalb ausweichen und stieß mit einem entgegenkommenden Traktor zusammen. Eine entzündliche und giftige Dämpfe verbreitende Flüssigkeit trat aus einem Behälter aus, der sich auf dem Transporter befand, und die am Unfall beteiligten Personen wurden ohnmächtig. Dies war die Ausgangssituation zu der Übung. Mittels Handy wurde über den Notruf 112 die Leitstelle in Esslingen verständigt, die dann die Ötlinger Feuerwehr alarmierte.

Die fachkundige Kommentierung der Übung hatte der stellvertretende Kommandant, Michael Grässle, übernommen. Wenige Minuten nach der Alarmierung traf das Löschgruppenfahrzeug LF 8/6 mit dem Einsatzleiter, Kommandant Markus Gärtner, ein. Ein Atemschutztrupp ging sofort vor, um mit dem Schnellangriffschlauch unter Sprühstrahl die austretenden Dämpfe niederzuschlagen, parallel dazu wurde ein Teil der bewusstlosen Verletzten von einem anderen Atemschutztrupp in Sicherheit gebracht.

Inzwischen waren neben dem Mannschaftstransporter und dem Einsatzleitwagen auch die Einsatzbereitschaft des Roten Kreuzes mit einem Notarzt und mehreren Rettungsfahrzeugen eingetroffen. Da die Tür zu den Verletzten im Kleintransporter unfallbedingt nicht mehr zu öffnen war, musste auch noch der Rüstwagen RW 2 der Abteilung Kirchheim alarmiert werden. Mit dem hydraulischen Rettungsgerät wurden die Türen des Transporters geöffnet und die Bewusstlosen konnten befreit und zur medizinischen Versorgung dem DRK übergeben werden.

Eine besondere Aufgabe wurde der in die Übung mit einbezogenen Jugendfeuerwehr zuteil. Die Jungen und Mädchen waren mit dem Löschfahrzeug LF 16-TS zur Einsatzstelle gebracht worden. Sie waren mit dem Aufbau einer weiteren Wasserversorgung beauftragt und mussten schließlich auch die ausgetretene Flüssigkeit mittels eines Schaumteppichs abdecken, damit keine Gefahr mehr für die Umgebung bestand. Diese Aufgabenstellung meisterte die Jugendfeuerwehr bestens. Die Versorgung der fünf Verletzten durch das Rote Kreuz erfolgte auf der Lauterbrücke etwas abseits vom Übungsgeschehen, während unter der Brücke in der Lauter inzwischen auch eine Ölsperre errichtet worden war, um zu verhindern, dass von der ausgetretenen Flüssigkeit etwas in das Flussbett gelangte.

Bei der anschließenden Manöverkritik im Magazin begrüßte Kommandant Markus Gärtner alle Anwesenden und Bürgermeister Günter Riemer hob die bei der Schauübung gezeigte Einsatzstärke der Ötlinger Wehr hervor. Der stellvertretende Stadtbrandmeister Thomas Daginnus sprach von einer realistischen Übungsannahme und bescheinigte eine gute Zusammenarbeit zwischen Feuerwehr und Rettungsdienst, auch das Einbeziehen der Jugendfeuerwehr in die Übung wurde positiv beurteilt.