Lokales

Eisenbahnstraße wird im klassischen Verfahren aufgewertet

Nach jahrelangem Ringen um staatliche Förderung für das Sanierungsgebiet "Westlich der Lauter" ist die Stadt Owen einen entscheidenden Schritt weitergekommen: Der Gemeinderat hat nun dem umgearbeiteten Neuordnungskonzept zugestimmt und den Satzungsbeschluss für die Sanierung gefasst.

ANDREAS VOLZ

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OWEN "Wir haben die Aufnahme ins Landessanierungsprogramm erreicht, wenn auch mit wesentlich kleinerem Finanzrahmen." Owens Bürgermeister Siegfried Roser führte in der Gemeinderatssitzung weiter aus, dass die Förderung wegen des begrenzten finanziellen Spielraums wohl nach dem "Windhundprinzip" erfolgen müsse: Wer am schnellsten sei, habe die besten Chancen, vom Inhalt des Fördertopfs etwas abzubekommen. Das Sanierungsgebiet "Westlich der Lauter" umfasst den Bereich zwischen Brühlstraße und Beurener Straße sowie zwischen Eisenbahnstraße und Lauter. Die Eisenbahnstraße selbst ist einer der Sanierungsschwerpunkte.

Wolfgang Schaufelberger vom Stuttgarter Büro Wick + Partner stellte im Ratsrund einige Eckpunkte der Planung an diesem neuralgischen Punkt vor. So gehe es darum, "die Straße insgesamt in Ordnung zu bringen". Die Begrünung und die Ausweisung von Stellplätzen seien weitere wichtige Themen. Hinzu kommt, dass die neue Planung vorsieht, große Teile der Eisenbahnstraße zu bebauen: "Die jetzige Bebauung rückt dann quasi in die zweite Reihe." Also gelte es, Wendemöglichkeiten zu schaffen, die neue "Durchwegung" entlang der Bahnlinie zu gestalten und zudem das Thema Eisenbahnübergang zu bedenken. Auch nördlich des Bahnhofs sieht die Planung vor, auf den vorhandenen Gartengrundstücken eventuell Neubauten zu erstellen.

Peter-Uwe Blank von der Wüstenrot Haus- und Städtebau GmbH informierte die Owener Ratsmitglieder über den aktuellen Stand der vorbereitenden Untersuchungen. Seit Oktober waren Gespräche mit den Eigentümern über deren Mitwirkungsbereitschaft geführt worden. Außerdem gab es eine Fragebogenaktion. Die Rücklaufquote sei besser gewesen als erwartet. Auch die Öffentlichkeitsveranstaltung im Februar sei auf reges Interesse in der Bürgerschaft gestoßen. Blanks Fazit lautete: "Die Sanierungsnotwendigkeit ist gegeben, die Finanzierungsmöglichkeiten sind aufgezeigt und die Ziele sind gesetzt." Blank zeigte sich zuversichtlich, dass die Maßnahme im Lauf der nächsten sieben Jahre zu schaffen sei.

Die Gemeinderäte hatten noch die Art des Sanierungsverfahrens zu wählen "klassisch" oder "vereinfacht". Auf Grund der städtebaulichen Situation und des Sanierungskonzepts empfahlen die Experten das klassische Verfahren. Der Gemeinderat ist dieser Empfehlung schließlich auch einmütig gefolgt. Das klassische Verfahren schreibt vor, dass Bodenwertsteigerungen, die sich nicht nur durch die Sanierung ergeben, sondern schon allein durch die Aussicht auf Sanierung, zur Finanzierung der Maßnahme dienen müssen. Das bedeutet, dass die Kaufpreise genau festgelegt werden. Die Stadt darf Grundstücke dann nur mit dem niedrigen Wert kaufen, den sie zuvor hatten, und anschließend nur zum höheren Wert weiterverkaufen, den sie nach der Sanierung haben werden. Der Gewinn wandert in den Sanierungsmitteltopf. Bei Fällen, in denen die Stadt kein Grundstück erwirbt, kann sich dieser Topf auch durch Umlegungs- oder Ausgleichszahlungen der Eigentümer füllen.

Weil "Westlich der Lauter" geplant ist, aus Gartenland und einer Straße Bauland zu machen, ist teilweise mit erheblichen Wertsteigerungen zu rechnen. Bürgermeister Roser sieht die Kommune daher mit dem klassischen Verfahren auf der sicheren Seite. Sonst bestünde die Gefahr, dass das Sanierungskonzept wegen der fehlenden Wertabschöpfung im einfachen Verfahren gar nicht erst genehmigt wird.