Lokales

"Elementarer Bestandteil deutscher Geschichte"

Mit Unverständnis reagiert der Kirchheimer CDU-Landtagsabgeordnete Karl Zimmermann auf die Bedenken der SPD in Bezug auf das in Berlin geplante "Zentrum gegen Vertreibung".

KIRCHHEIM Auf dem "Tag der Heimat" des Bundes der Vertriebenen (BdV) spitzte sich die Diskussion um den Standort eines Gedenkzentrums für Vertriebene in Berlin zu. Aber auch auf Landesebene beschäftigt die Diskussion Politiker und Ausschüsse. In einem Antrag versucht die SPD-Fraktion im Land ein "Zentrum gegen Vertreibung" zu verhindern.

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Angeregt wurde das Zentrum für Vertreibung in Berlin durch eine Stiftung, der Professor Dr. Peter Glotz (SPD) und Erika Steinbach (CDU) vorstehen. Die Stiftung hat sich zum Ziel gesetzt, in Berlin eine Dokumentationsstätte zu schaffen, die im geschichtlichen Kontext das Schicksal der deutschen Vertriebenen und die Veränderungen Deutschlands durch ihre Integration sowie Vertreibungen und Genozid an anderen europäischen Völkern im 20. Jahrhundert in einem Gesamtüberblick erfahrbar macht.

Gegen die SPD-Ablehnungshaltung wehrte sich nun auch der CDU-Landtagsabgeordnete Zimmermann in einer Sitzung des Innenausschusses. "Wenn wir von Vertreibung reden, dann reden wir vom Schicksal von mehr als 15 Millionen Deportierten und Vertriebenen, wir reden von rund 2,5 Millionen Kindern, Frauen und Männern, die Vertreibung, Folter, Zwangsarbeit oder Vergewaltigung nicht überlebten. Vor diesem Hintergrund darf ein Gedenkzentrum nicht Gegenstand von Parteipolitik sein."

Die im Jahre 2000 gegründete Stiftung "Zentrum gegen Vertreibung" sei der richtige Schritt, sich mit diesem Abschnitt deutscher Geschichte intensiv auseinander zu setzen. Die Besetzung des Stiftungsvorsitzes durch Peter Glotz und Erika Steinbach bestätige, so Zimmermann, den parteiübergreifenden Geist dieser Stiftung. Die Bedenken der SPD-Fraktion gegen den Standort Berlin könne er deshalb nicht teilen. "Gerade weil Flucht und Vertreibung ein elementarer Bestandteil deutscher Geschichte sind, ist eine Gedenkstätte in der Bundeshauptstadt Berlin wichtig und richtig", bekräftigt Zimmermann. Dass der Standort Berlin auch durch den Hochkommissar für Menschenrechte der Vereinten Nationen, José Ayala Lasso ausdrücklich unterstützt wird, bestätigt Karl Zimmermann in seiner Position. Damit, so Zimmermann, "dürften auch die Bedenken ausgeräumt sein, dass Deutschland sich mit einem Zentrum in Berlin isoliere. Das Gegenteil ist der Fall, wie der Zuspruch zeigt."

pm