Lokales

"Elterngeld begünstigt Besserverdienende"

KIRCHHEIM Die Katholische Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) setzte sich bei der Bundesregierung dafür ein, Eltern eine Wahlmöglichkeit zwischen Erziehungsgeld und Elterngeld einzuräumen. Durch die Wahlmöglichkeit zwischen beiden familienpolitischen Instrumenten können die befürchteten sozialen Benachteiligungen von Geringverdienern und Mehrkindfamilien durch das Elterngeld verhindert werden. "Familienpolitisch macht die Einführung eines Elterngeldes nur dann Sinn, wenn dadurch nicht ein Teil der Familien schlechter gestellt wird als vorher. Dies ist aus der Sicht KAB ein zentrales Anliegen", stellt KAB-Regionalsekretär Akos Csernai-Weimer in Kirchheim im Rahmen des familienpolitischen Arbeitskreises der KAB fest.

Anzeige

Die KAB und andere katholischen Verbände befürchten, dass mit dem Elterngeld diejenigen begünstigt werden, die gut verdienen und jene Eltern benachteiligt werden, die wenig oder wegen der Erziehung weiterer Kinder gar nichts verdienen. Grund für diese Sorge ist der Sockelbetrag des Elterngeldes, der niedriger ist als das Erziehungsgeld und zudem auf andere Sozialleistungen angerechnet werden soll. In der Kombination mit dem Erziehungsgeld können gut verdienende Eltern das Elterngeld als Lohnersatzleistung wählen und damit nach der Geburt ihren Lebensstandard sichern. Das Erziehungsgeld wiederum gebe Geringverdienern und Mehrkindfamilien zwei Jahre lang eine finanzielle Sicherheit.

Die Familienpolitik müsse Müttern und Vätern die Freiheit für ihren Lebensentwurf überlassen und alle Familienmodelle gleichermaßen möglich machen und unterstützen, so Akos Csernai-Weimer.

pm