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Elternstimmen zum G 8

Kirchheim. Das achtjährige Gymnasium wird offenkundig auch innerhalb der Elternschaft unterschiedlich diskutiert. Hier die Meinungen von zwei befragten Müttern, die namentlich nicht genannt werden möchten: Eine Mutter zweier Kinder, die die fünfte beziehungsweise die sechste Klasse eines Kirchheimer Gymnasiums besuchen, hält das G 8 durchaus für machbar. Schüler, die im Unterricht viel aufnähmen und zu Hause kontinuierlich den Stoff wiederholten, kämen mit einem überschaubaren Lernpensum gut zurecht. Allerdings bliebe durch die Stoff-Verdichtung im Unterricht kaum Zeit fürs Vertiefen und Üben. „Was zu kurz kommt, sind aber musische Fächer und die Freizeit. Sich mit anderen Kindern zu verabreden, ist unter der Woche nicht drin“, gibt die Mutter zu bedenken. „Es ist schade, dass die Schule im Leben eines Kindes so viel Raum einnimmt. Als kreativer Mensch braucht man doch auch Zeit, sich zu entwickeln und mal die Seele baumeln zu lassen.“

Eine andere Mutter, die Kinder in der sechsten beziehungsweise in der elften Klasse hat, findet es bezeichnend, dass beide Söhne mit 33 Wochenstunden in der Schule dasselbe Pensum zu absolvieren haben. Im neunjährigen Gymnasium habe der erste Nachmittagsunterricht in der achten Klasse stattgefunden. Die ersten drei Schuljahre seien ohne Druck über die Bühne gegangen. Bei der Turbo-Variante hätten Sechstklässler bereits zwei- bis dreimal in der Woche Nachmittagsunterricht. Hinzu kämen täglich rund zweieinhalb Stunden an Hausaufgaben oder Vorbereitung für den nächsten Tag. Auch die zweite Fremdsprache, die in der sechsten Klasse dazukomme, fordere die Kinder enorm. „Da werden dieselben Schulbücher genommen wie früher. Nur muss der Stoff jetzt nicht bis zu den Sommerferien, sondern bis Ostern durch sein“, ärgert sich die Mutter. „Wer außer Lernen keine anderen Interessen hat, für den ist das G 8 genial“, so das Fazit der Mutter. Sie würde ihrem jüngeren Sohn allerdings wünschen, dass er noch ein bisschen Kind sein könnte. „Das Beste wäre doch, G 8 und G 9 wahlweise anzubieten.“ ank

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