Lokales

Ende der Spielplatz-Tristesse

Kinder in Schlattstall und Unterlenningen können sich auf neue Spielgeräte freuen

In Lenningen werden die nächsten beiden Spielplätze saniert: in der Bissinger Straße in Unterlenningen und in der Dorfmitte in Schlattstall.

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Iris Häfner

Lenningen. „Die Summen sind überschaubar“, freute sich Bürgermeister Michael Schlecht. Während sich in Unterlenningen hauptsächlich ein Nachbar für die Planung interessierte, waren bei dem Vororttermin in Schlattstall „mehr Kinder unterwegs“, wie es Michael Schlecht formulierte. Dieser Spielplatz sorgte gleich aus mehreren Gründen für deutlich mehr Diskussionsstoff als die „Bissinger Straße“.

Michael Hoffmann, Landschaftsarchitekt und Planer beider Spielplätze, stellte die Konzeption vor. Im Mittelpunkt in Schlattstall steht im wahrsten Sinn des Wortes ein großes Kutter-Kletternetz, das ähnlich einer Muschel aufgebaut ist. Im hinteren Teil konnten sich die Gemeinderäte zwischen einer Sechseck-Rondellschaukel und einer Vogelnestschaukel entscheiden, wobei das Gremium klar für die Vogelnestschaukel votierte. Die bestehende Rutsche bleibt, ebenso Schaukel und Wippen sowie die Tischtennisplatte, die nur etwas nach innen versetzt wird.

Die Brücke, die jeder Spielplatzbesucher unweigerlich überqueren muss, hat der Bauhof inzwischen mit einem Drahtgeflecht gesichert. Der Platz selbst liegt entlang des Feldwegs, der sowohl zum unter Naturschutz stehenden Goldloch führt, als auch zu den Quellteichen. Während Wanderer kaum eine Gefahrenquelle für spielende Kinder darstellen, hat der Gemeinderat um so mehr Sorge, was den Quellteichbetreiber und manche seiner Kunden angeht. „Wie können wir die Fahrerei eindämmen?“, fragte beispielsweise Jürgen Rau. Ihn interessierte auch, wie der Spielplatz nach außen hin abgegrenzt werden kann, damit nichts passiert, wenn neben den Kindern „zügig“ Autos vorbeifahren. „Die Kinder gehen davon aus, dass sie auf dem Spielplatz sicher sind“, sagte dazu Michael Hoffmann. Direkt neben dem Feldweg stehen die Tischtennisplatte und die Balancier-Holzstämme, weshalb der Sicherheitsaspekt nicht aus der Luft gegriffen ist. „Mit dem müssen wir wohl leben müssen“, war jedoch die resignierte Antwort von Michael Schlecht auf diese Problematik.

Wesentlich erfreulicher ist dagegen das ehrenamtliche Engagement der Schlattstaller. Sie werden den Maschendrahtzaun reparieren und das Gehölz auslichten, beziehungsweise entfernen. „Wir werden auch die Pflastersteinreihen an der Tischtennisplatte entfernen und darauf hoffen, dass ausschließlich die Straße von den betreffenden Personen benutzt wird“, sagte Andreas Metzger, Gemeinderat aus Schlattstall. Insgesamt entstehen für diesen Spielplatz Kosten in Höhe von 28 000 Euro.

Knapp 13 000 Euro kostet der Spielplatz an der Bissinger Straße in Unterlenningen. „Hier haben wir nur eine kleine Fläche zur Verfügung“, so Michael Hoffmann. Sie wird für kleine Kinder gestaltet und dementsprechend mit Kleinkindergeräten bestückt. „Vom Spielplatz Merzenäcker gibt es noch ein gut erhaltenes Klettergerät, das hier gut reinpasst“, erläuterte der Planer. Ansonsten gibt es ein neues Spielhaus und ein Schaukelsitz wird durch einen Kleinkindersitz ersetzt. Die Doppelwippe kommt ebenfalls weg, die zwei Wipptiere an einen neuen Standort. Einiges bleibt erhalten, darunter auch die Hängebrücke über den Bach. In diesem Bereich muss allerdings die „Zugänglichkeit zum Bach richtliniengerecht abgetreppt“ werden, das heißt, die „Miniterrassen“ müssen breiter werden.

Karl Boßler interessierte in diesem Zusammenhang der Mehraufwand des Bauhofs bei der Pflege der neu gestalteten Spielplätze. „Fußballplätze und Beton sind einfacher zu pflegen – natürlich ist ein Mehraufwand entstanden. Es war uns aber von Anfang an klar, dass dies mit attraktiveren Spielplätzen verbunden ist“, erklärte Michael Schlecht. Auch Georg Zwingmann hätte gerne die Pflegepläne gesehen: „Wir haben Werte geschaffen. Wenn die Spielplätze nicht gepflegt werden, nehmen sie schnell Schaden.“ Außerdem brachte er ein Schreiben Bruckener Eltern bezüglich des dortigen Spielplatzes zur Sprache, das drei Anliegen enthält: Die Rutschen hätten keine Begleithilfen und ob wenigstens eine davon solch eine Hilfe nachträglich erhält? Ob eine Tischgarnitur näher an die Seilbahn versetzt werden kann, damit die Eltern näher an der „Spielsituation“ wären? Außerdem fehle ein Mülleimer in der Nähe der Rutschen, weshalb nach Regenfällen und den daraufhin stattfindenden Trocknungsaktionen viele Papiertaschentücher auf dem Spielplatz liegen. „Punkt eins und zwei werden wir uns anschauen. Wenn der Aufwand größer ist, müssen wir klären, ob wir dafür Geld in die Hand nehmen“, so Michael Schlecht. Wenig Verständnis hat er dagegen für das Mülleimer-Problem: „Es gibt einen – man muss nur 20 Meter laufen.“ Der Schultes warnte zudem davor, auf sämtliche Wünsche einzugehen. „Wenn wir überall nacharbeiten, kommt viel auf uns zu. Außerdem hat es für jeden Spielplatz zwei Vororttermine in der Planungsphase gegeben“, erklärte er.