Lokales

Endgültiges Aus für Frischgeflügel vom Katzensteigle

Frischgeflügel vom Weilheimer Egelsberg wird es vom kommenden Jahr an nicht mehr geben. Die Firma Wiesenhof hat angekündigt, den Betrieb in der Limburgstadt zu schließen. Weilheim verliert damit 21 Arbeitsplätze.

ANKE KIRSAMMER

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WEILHEIM Zwar wurden allen Mitarbeitern im Schlachtbetrieb im bayrischen Bogen beziehungsweise in Außenlager in Mannheim Arbeitsplätze angeboten, doch stellt dies für das Gros der Beschäftigten aus privaten Gründen keine wirkliche Alternative dar. Über die Entscheidung der Firmenleitung unterrichtete Weilheims Bürgermeister Hermann Bauer den Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung. Als Gründe für den Abzug aus der Zähringerstadt führt Wiesenhof veränderte Handelsstrukturen an: Durch die Zunahme der Discounter würden die Zentrallager heute oft direkt beliefert; die Abwicklung über das Außenlager Weilheim sei immer weiter zurückgegangen. Nach der Einstellung des Schlachtbetriebs 1997 wurde der Standort in Weilheim zum Filetieren und Lagern des Geflügels genutzt. Seit rund zwei Jahren dient Weilheim lediglich noch zur Auslieferung.

Den Räten blieb in jüngster Sitzung nichts anderes übrig, als von der Hiobsbotschaft Kenntnis zu nehmen. Gleichzeitig wies Hermann Bauer auch auf die nun anstehende wichtige Weichenstellung für die Nachfolgenutzung des rund 1,5 Hektar großen Geländes hin. "Wir müssen uns jetzt intensiv überlegen, wie es dort weitergehen soll", betonte er und warnte davor, "aus der Hüfte zu entscheiden". Heikel ist die Nutzung deshalb, weil ein Wohngebiet direkt an das Areal angrenzt. "Das ist nie ideal", gab der Schultes zu bedenken. Vielleicht ergebe sich aus dem Abzug des Betriebs jedoch auch eine Chance für die Stadt.

In einem Brief an die Stadtverwaltung rückt die Firma Wiesenhof mit ihren Vorstellungen zur künftigen Nutzung des Geländes am Weilheimer Katzensteigle heraus: Denkbar sei, das Gelände zur Wohnbebauung zu nutzen oder aber das Gebäude an Gewerbetreibende beziehungsweise an Logistiker zu verpachten. Über letztere Überlegung zeigte sich nicht nur Stadtrat Albrecht Narr "erschrocken". Auch Hermann Bauer ist es wichtig, dass die Stadt das Heft in der Hand behält. "Wir müssen sehen, dass wir mit unseren Belangen und vor allem mit den Belangen der Bewohner nicht unter die Räder kommen." Er habe mit der Firma Wiesenhof deshalb vereinbart, dass die Stadt bis zum 1. März Zeit hat zu überlegen, was mit dem Gelände passieren soll.

Einstimmig beauftragte der Gemeinderat die Verwaltung, sowohl mit den Eigentümern als auch mit den Behörden zu verhandeln, um eine Nachfolgenutzung zu erreichen, die mit den angrenzenden Wohngebieten in Einklang gebracht werden kann.