Lokales

Endspurt am Skaterplatz

Jeden Samstag arbeiten freiwillige Helfer an der Entstehung des Holzmadener Jugendtreffs mit

Sie graben, schleppen, hämmern und baggern: Seit acht Wochen arbeitet eine bunt gemischte Gruppe freiwilliger Helfer jeden Samstag an der Entstehung der Skater­anlage in Holzmaden mit – und zwar ­äußerst erfolgreich: Der ­Jugendtreff soll in wenigen ­Wochen fertig sein.

Holzmaden Skaterplatz auf dem SportgelŠnde BrŸhl, Freiwillige und Bagger arbeiten
Holzmaden Skaterplatz auf dem SportgelŠnde BrŸhl, Freiwillige und Bagger arbeiten

Holzmaden. Es rappelt, klappert und dröhnt. Fünf Jugendliche schaufeln Erde in einen Graben. Ein junger Mann schiebt einen Erdverdichter über die Fläche, auf der bald Skateboards rollen sollen. Ein älterer Mann sitzt in einem kleinen Bagger und bearbeitet die Zufahrt am Hang, während mehrere Herren mittleren Alters Schubkarren schieben, Steine holen und Wurstsemmeln verteilen. Auch wenn der Holzmadener Skaterplatz den Beinamen „Jugendtreff“ trägt und sich speziell als Angebot für die jungen Einwohner und Gäste Holzmadens versteht, so ist der Bau der Anlage ein generationsübergreifendes Projekt. Seit acht Wochen kommen die freiwilligen Helfer aller Altersklassen in leicht wechselnder Besetzung jeden Samstag zur Sport- und Freizeitanlage Brühl nach Holzmaden, um an der Fertigstellung des Platzes mitzuarbeiten .

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Markus Ocker und Thomas Benz, beide Gemeinderatsmitglieder und federführend für das Projekt Skateranlage zuständig, freuen sich über das große Engagement und die Geschwindigkeit, mit der die Anlage Gestalt annimmt: „Die Rohbaumaßnahmen sind jetzt weitgehend abgeschlossen“, berichtet Markus Ocker. Morgen wird ein Termin mit der Straßenbaufirma vereinbart, die die Fläche asphaltiert. Wenn die Schwarzdecke drauf ist, ist die Anlage quasi befahrbar. „Die Einweihung haben wir für Mitte oder Ende September geplant“, kündigt Markus Ocker an. Er und sein Fraktionskollege Thomas Benz hoffen, dass auch die Abnahme zügig über die Bühne geht. „Denn wenn der Platz fertig ist, wollen die Jugendlichen natürlich darauf skaten“, so Ocker.

Jahrelang war der Skaterplatz in der Gemeinde Holzmaden äußerst umstritten. Zwar hat sich der Jugendtreff letzten Endes durchsetzen können, der Gemeinderat stellte angesichts der Finanzlage aber nur begrenzt Mittel für den Bau zur Verfügung. Für Markus Ocker und Thomas Benz war das aber kein Grund gewesen, den Mut zu verlieren – im Gegenteil: Sie rührten die Werbetrommel, warben Spender und Sponsoren an und trommelten eine ganze Schar freiwilliger Helfer zusammen, um einen guten Teil der Bauarbeiten in Eigenleistung erbringen zu können.

Dass die Ehrenamtlichen dabei nicht nur schnell, sondern auch äußerst professionell arbeiten, erkennen mittlerweile sogar Gegner der Skateranlage an. Kein Wunder, denn unter den freiwilligen Helfern, die ihre Samstage mit dem Bau des Platzes verbringen, befinden sich etliche Bau-Profis, vom Vermessungstechniker angefangen über einen Zimmermann und einen Gartenbauexperten, einen Bauingenieur und Maurer bis hin zum Bauhofleiter. Ihnen zur Seite stehen jeweils bis zu einem Dutzend Jugendlicher, die sich für „ihre“ Anlage gerne die Hände schmutzig machen: „Die Jugendlichen arbeiten wirklich aktiv mit“, lobt Thomas Benz.

Dazu kommt, dass einige Firmen aus der Umgebung kostenlos Baumaschinen und Baumaterialien zur Verfügung stellen. Auch sonst ist die Bereitschaft vorhanden, die Anlage mit Spenden zu unterstützen. Immer wieder fließen kleinere Beträge von Privatleuten in die Kasse. Einige Firmen und Vereine haben auch schon größere Schecks ausgestellt. Dennoch sieht Markus Ocker bei der Spendenbereitschaft Luft nach oben. Je mehr Geld zusammenkommt, desto schneller kann der Platz mit weiteren Geräten ausgestattet werden. Anfangs wird es nur in die Topografie eingearbeitete Hindernisse geben wie beispielsweise eine Rampe, Metallkanten zum „grinden“, „Rails“ zum Darüberrutschen oder ein „Manual Table“ zum Rauf- und Runterspringen.

Wer den Skaterplatz finanziell unterstützen möchte, kann zu unterschiedlichen Beträgen Bausteine erwerben. Dafür bekommt der Sponsor eine Skaterrolle, die er zu Hause aufstellen kann. Eine kleine Änderung am Skaterplatz hat der Holzmadener Gemeinderat erst vergangene Woche genehmigt: Es wird einen abschüssigen, asphaltierten Weg vom Forum her zum Platz nach unten geben. Für Planer und Skater steht dabei vor allem im Vordergrund, dass die Jugendlichen mit ihren Boards und Inlinern besser anlaufen können. Der Gemeinderat begrüßte vor allem die bessere Zugänglichkeit, etwa auch für Sanitäter, falls mal ein Unfall passieren sollte.

INFO

Weitere Informationen rund um die Anlage, den Bau und die Finanzierung des Projekts gibt es auf der eigens eingerichteten Homepage www.skaterplatz-holzmaden.de.

Holzmaden Skaterplatz auf dem SportgelŠnde BrŸhl, Freiwillige und Bagger arbeiten
Holzmaden Skaterplatz auf dem SportgelŠnde BrŸhl, Freiwillige und Bagger arbeiten
Holzmaden Skaterplatz auf dem SportgelŠnde BrŸhl, Freiwillige und Bagger arbeiten
Holzmaden Skaterplatz auf dem SportgelŠnde BrŸhl, Freiwillige und Bagger arbeiten