Lokales

Energiemanager ist nicht bezahlbar

Verwaltung will Aufgabe schultern

Ein Energiemanager wäre wünschenswert, aber nicht finanzierbar. Mit dieser Tatsache musste sich der Lenninger Gemeinderat während seiner jüngsten Sitzung abfinden.

Iris Häfner

Lenningen. Kommunales Energiemanagement ist in Zeiten knapper Kassen, Klimadiskussionen und ständig steigender Energiepreise wichtig. Immer wieder befasste sich der Gemeinderat mit diesem Thema und gab ein Teilkonzept in Auftrag, das die KEA GmbH bereits im April vergangenen Jahres dem Gremium vorstellte. Es enthielt unter anderem die Daten von 25 gemeindeeigenen Gebäuden, eine Prioritätenliste und Umsetzungsvorschläge. Letztere sollen nun in Angriff genommen werden.

„Es muss was getan werden. Einsparpotenzial ist auch da“, sagte Rudolf Mayer, stellvertretender Amtsleiter der Finanzverwaltung. Die Maßnahmenpläne könnten abgearbeitet werden, ist er sich sicher. Vor allem im CO2-Bereich sind umfangreiche Nacharbeiten nötig, doch dafür sind Fachleute unabdingbar. Eine Betreuung durch die KEA würde Lenningen jedoch 184 000 Euro für drei Jahre kosten. „Uns würde dann ein Mitarbeiter 70 Tage im Jahr zur Verfügung stehen, der 800 Euro am Tag kostet“, zeigte Rudolf Mayer die finanziellen Dimensionen auf. Somit könnte Lenningen gleich selbst einen Energiemanager einstellen, für den ein Zuschuss von 80 Prozent im Raum steht. Doch auch hier warnte Rudolf Mayer vor allzu großen Hoffnungen: „Es ist mehr als fraglich, ob eine ganze Förderstelle bezuschusst wird. Dem Bund geht das Geld aus und wir konkurrieren hier mit den Großen Kreisstädten.“ Zudem äußerte er Bedenken, ob überhaupt qualifiziertes Personal zu bekommen ist. „Uns bleibt daher nur, die Sache selbst schrittweise anzugehen. Vor allem beim Nutzerverhalten ist Einsparpotenzial da“, so Rudolf Mayer.

„Das ist keine Abkehr, sondern ein gangbarer Weg“, sagte Bürgermeister Michael Schlecht. Es sei zwar ein ehrgeiziges Ziel, bei all dem „anderen Geschäft“ dies zusätzlich zu schultern, doch die einzige Möglichkeit. „Ich habe lange damit geliebäugelt, einen Energiemanager einzustellen, doch das ist im Moment nicht bezahlbar“, erklärte er weiter. Lenningen sei aber trotz alledem Vorreiter bezüglich des Konzepts.

Georg Zwingmann sieht dagegen wenig Erfolgsaussichten. Appelle an das Nutzerverhalten sind seiner Erfahrung nach selten wirkungsvoll. Diese Problematik ist auch Michael Schlecht bekannt. „Wie die Leute animieren, Kosten zu sparen, die sie selbst nicht zahlen brauchen?“, fragte er in die Runde. Der Schultes setzt dabei beispielsweise auf schulinterne Projekte, von monetärer Beteiligung hält er dagegen nichts. Seine Hoffnung ruht jetzt auf der Verwaltungsgemeinschaft. „Ein Energiemanager wäre eine klassische Verbandsaufgabe. Die könnten wir gemeinsam angehen“, so Michael Schlecht.

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