Lokales

Enge Zusammenarbeit mit Schulen

Weilheimer Jugendtreff bietet Schülern Unterstützung beim Übergang in den Beruf an

Die Arbeit des Weilheimer Kinder- und Jugendtreffs kann sich sehen lassen. Das zeigt der Bericht der Jugendhausleiterin Evelyn Schmidt und des päda­gogischen Mitarbeiters Jens Coers.

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Anke Kirsammer

Weilheim. Der Weilheimer Kinder- und Jugendtreff – das ist längst weit mehr als ein Jugendhaus im klassischen Sinne. Neben Angeboten wie dem offenen Bereich für Kinder, Jugendliche und Teenies, medienpädagogischen Projekten, Kreativ- und Sportangeboten pflegen die Mitarbeiter intensiv den Kontakt zu den Weilheimer Schulen. Das geht aus einem Bericht hervor, den die beiden im Gemeinderat erläuterten.

Sowohl Evelyn Schmidt als auch Jens Coers verwenden ein Viertel ihrer Arbeitszeit auf ihr Engagement als Berufseinstiegsbegleiter. Mitarbeiterin Eva Werden fungiert sogar zu 100 Prozent als Berufseinstiegsbegleiterin. Das Modellprojekt der Agentur für Arbeit ist vorerst auf drei Jahre befristet und läuft seit Februar 2009 an der Werkrealschule in Weilheim. Ziel ist, Schüler beim Übergang von der Schule in den Beruf zu unterstützen. Je nach Bedarf werden dabei Achtklässler bis ins erste halbe Jahr der Ausbildung hinein begleitet. Momentan haben die Berufseinstiegsbegleiter 18 Schüler der Klassenstufe neun und zwölf Achtklässler unter ihre Fittiche genommen. Hilfe bekommen sie bei der Berufsorientierung genauso wie bei der Suche nach Praktika und Ausbildungsplätzen sowie beim Erreichen des Schulabschlusses. Dazu gehören unter anderem Projektnachmittage in Zusammenarbeit mit der Schule, in denen die Schüler in Kleingruppen Tipps zu Bewerbungen und Eignungstests bekommen.

Ebenfalls um die Unterstützung bei der Berufswahl geht es in „Mädchen firm gemacht“ – ein KJR-Projekt, dessen Ziel ist, Mädchen unter die Arme zu greifen und ihnen auch Frauen-untypische Berufe schmackhaft zu machen. Bereits seit drei Jahren läuft die Kompetenzwerkstatt in Zusammenarbeit von Werkrealschule sowie Kinder- und Jugendtreff. Die Methode wurde vom Zukunftszentrum Tirol entwickelt und durch den Kreisjugendring Esslingen angepasst. „Es geht darum, Jugendlichen Mut zu machen und ihnen zu helfen, ihre Stärken herauszuarbeiten“, erklärte Evelyn Schmidt.

Ebenfalls vom Kinder- und Jugendtreff begleitet wurde „Komet“, ein Kompetenz- und Erfolgstraining für Jugendliche, an dem sieben Mädchen der Weilheimer Realschule von Januar bis Juli 2009 teilnahmen. Das Projekt entstand in Kooperation von Landesstiftung Baden-Württemberg und evangelischer Akademie Bad Boll. Im Rahmen einer Zukunftswerkstatt kamen die Mädchen dabei ihrem Gestaltungswunsch für Weilheim auf die Spur.

Die Fünftklässler der Realschule hatten die Mitarbeiter des Kinder- und Jugendtreffs an mehreren Vormittagen zu Beginn des Schuljahrs im Blick: Dabei ging es im Rahmen von Kennenlern- und Kooperationsübungen um das Anregen der Klassengemeinschaft. Im September soll das Angebot auf die Werkrealschule ausgeweitet werden. „Straßenfußball für Toleranz“, ein Internetcafé für Senioren, Beteiligung am Städtlesfest, „Mitmachen Ehrensache“, eine Patenschaft bei der Weihnachtsbaumaktion – der Kinder- und Jugendtreff ist in vielerlei Bereichen präsent.

Auch der Ausblick, den Evelyn Schmidt präsentierte, zeigt, dass das Team voller Ideen steckt: So soll unter anderem das Projekt „Vom Zusammenleben und Ausgrenzen“ des Kreisjugendrings Esslingen angepackt werden. Dabei werden interkulturelles Lernen und Alltagsrassismus thematisiert. Um Prävention insbesondere von Essstörungen soll es im Projekt „Is(s) was?!“ gehen.

Verwaltung und Gemeinderat lobten das breite Engagement des Kinder- und Jugendtreffs. „Besonders gut gefällt mir die Kooperation mit den Schulen“, sagte Bürgermeister Johannes Züfle. „Das geht schon in Richtung Schulsozialarbeit.“ Dr. Hansjörg Egerer strich die Vielseitigkeit heraus. Gerda Schrägle wollte wissen, ob es auch Aktionen zum Thema Sucht gebe. „Alles, was einen selbst stärkt, geht auch in Richtung Prävention“, so Evelyn Schmidt. Seit 2002 gebe es keinen Alkohol mehr im Jugendtreff. „Wir Mitarbeiter suchen bei Bedarf spontan das Gespräch mit den Jugendlichen“, ergänzte Jens Coers. Rainer Bauer hatte angeregt, dass künftig jährlich über die Arbeit der Weilheimer Institution berichtet wird. „Die Gemeinde zahlt schließlich die Hälfte der Kosten. Das ist uns die Sache wert. Weiter so.“