Lokales

Entdeck den roten Faden deines Lebens

Das Motto des Jahres der Berufung "Entdeck den roten Faden deines Lebens", das an diesem Sonntag mit Jugendgottesdiensten in vielen katholischen Gemeinden der Diözese Rottenburg-Stuttgart beginnt, ist eine doppelte Einladung: Es ermutigt uns, dem eigenen Leben nachzuspüren und Gottes Gegenwart darin zu entdecken. Es lädt dazu ein, uns auf die Suche zu machen nach dem, was Gott uns sagt und auf welchem Weg er uns ruft. Es geht aber auch darum, die eigene Geschichte mit Gott in den Blick zu nehmen und dabei zu erkennen, wie Gott auch auf unseren krummen Lebenslinien gerade seine Liebesgeschichte mit uns geschrieben hat und weiter schreibt.

Ein roter Faden ist ein ansprechendes Symbol. Den meisten von uns ist er wohl abhanden gekommen, denn oft sagen wir, wir hätten "den Faden verloren". Politiker aller Parteien "knüpfen gerne daran an". In mancher Rede und Predigt suchen wir ihn allerdings dennoch vergebens. Dieses Bild vom Faden drückt Verschiedenes aus: die Sehnsucht nach Kontinuität; den Glauben an ein Geführtwerden; die Hoffnung auf Sinn; die Liebe, die jedes Leben lebenswert und erfüllt macht.

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Gibt es in meinem Leben einen roten Faden? Eigentlich ist diese Frage viel leichter von Menschen zu beantworten, die schon mehr Leben hinter sich haben als ein Jugendlicher, der sich ja sowieso eher noch auf der Suche befindet. Und wenn es diesen roten Faden gibt, ist es die Spur, der ich in meinem Leben auch wirklich traue?

Als Christen sind wir davon überzeugt, dass wir uns nicht auf eine sinnlose Suche begeben haben, weil es den roten Faden unseres Lebens tatsächlich gibt auch wenn er oftmals verborgen ist und nur Abschnitt für Abschnitt entdeckt werden kann.

Immer wieder ruft Gott uns auf Wege, die uns bislang unbekannt waren und mit denen wir nicht gerechnet hätten. Immer wieder fordert er uns heraus, neu anzufangen und den Aufbruch zu wagen. Seinem Ruf folgen, heißt den Weg zu gehen, auf dem unser Leben wirklich glücken und gelingen kann. Wolfgang Müller Pastoralreferent der Katholischen Kirchengemeinde Maria Königin, Kirchheim