Lokales

Entscheidung für Stau

Enttäuscht über die Entscheidung des Landes zeigten sich die Grünen in der Region. Warum das Land sich aus der Finanzierung einer S-Bahn-Schienenstrecke stehle, sei fachlich durch nichts zu begründen.

STUTTGART Dass damit das Kerngeschäft der Region betroffen sei, bestrafe die Region gerade nach einer Runde Wohlverhalten und Kompromissbereitschaft den Landräten und Busunternehmern gegenüber. Als "leider nicht überrascht" äußerte sich die Fraktionsvorsitzende Ingrid Grischtschenko: "Schon länger zeichnet sich ab, dass dem Land der Fernverkehr wichtiger ist als der Nahverkehr." Die nebulöse Finanzierung von Stuttgart 21 würde sich jetzt aufklären, indem zum Vorschein käme, dass wichtige Bestandteile des S-Bahnnetzes hineingebuttert würden. "Großprojekte fressen immer die kleinen", so ihr bitterer Kommentar.

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Gut wäre, dass der Verband seinerseits die von ihm für Stuttgart 21 zurückgelegten Mittel in den S-Bahnbau stecke, alleine könne er diesen jedoch nicht schultern.

Den Zusammenhang der nun vom Land verhinderten Tangentialstrecke Marbach Backnang mit dem gesamten Nord-Ost-Raum sah Regionalrat Alexander Ludwig (Rems-Murr): "Die beiden Streckenäste der S3 (Marbach) und der S4 (Backnang) nicht zu verbinden ist ein Schlag auf die NO-Wange der Region." Viele Pendlerbeziehungen würden auf das Auto und die Straße reduziert, was im Klartext eine Entscheidung des Landes für den Stau bedeute.

Die Eingleisigkeit auch der neuen Landesregierung könne am Verzicht auf das zweite Gleis, als Voraussetzung für den Ringschluss, abgelesen werden, so die Regionalgrünen abschließend.

pm